Ärzte Zeitung online, 05.02.2004

So lassen sich motorische Symptome früh erkennen

Wiederholte Bewegungen werden langsamer und kleiner

Ergibt sich ein Anfangsverdacht, kann mit einfachen Tests nach ersten Anzeichen der Kardinalsymptome von Morbus Parkinson geschaut werden.

  • Bei einer beginnenden Bradykinese haben die Patienten Probleme mit rhythmischen Bewegungen mit Armen und Beinen: Geschwindigkeit und Amplitude sind reduziert. Stampfen mit den Füßen gelingt dann deutlich verlangsamt und kleinschrittig. Auch bei alternierender Supination und Pronation des Unterarms sind Geschwindigkeit und Auslenkung reduziert. Beim schnellen Öffnen und Schließen der Faust läßt sich die Faust nicht weit öffnen. Sollen die Patienten Daumen und Zeigefinger einer Hand aufeinander tippen, können sie die Finger nicht weit voneinander trennen. Und sollen sie mit dem Zeigefinger Kreise in die Luft malen, haben diese nur einen kleinen Radius.
  • Ein beginnender Rigor läßt sich sehr früh am Handgelenk nachweisen. Dabei sollte das Gelenk leicht gebeugt sein und der Patient damit arrhythmische Bewegungen machen. So lassen sich leicht eine Tonuserhöhung und das typische Zahnradphänomen feststellen. Der Rigor kann sich verstärken, wenn der Patient den gegenseitigen Arm angewinkelt hochhält. Auch ein Widerstand bei passiver Bewegung eines Armes deutet auf einen Rigor.
  • Ist bereits ein einseitiger Ruhe-Tremor erkennbar, hat er meist eine Frequenz von vier bis sechs Schwingungen pro Sekunde. Die Amplitude nimmt bei psychischer oder kognitiver Belastung oft zu, so etwa auch, wenn die Patienten Rechenaufgaben lösen sollen.
  • Eine weitere einfache Methode ist der Glabella-Test: Wird mit dem Finger über der Nase zwischen den Augenbrauen getippt, schließen sich reflexartig die Augen. Normalerweise erlischt dieser Reflex nach fünf- bis zehnmal Tippen. Bei Parkinson-Patienten bleibt er bestehen.(mut)

Weitere Beiträge zur Serie:
"Morbus Parkinson - frühe Diagnose, optimale Versorgung"

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