Ärzte Zeitung, 02.04.2004

US-Produzent kommentiert seine eigene Op

Parkinson-Patient unterzog sich einer Tiefenhirnstimulation / Dokumentation soll demnächst gesendet werden

NEU-ISENBURG (Smi). Das hat es im Fernsehen noch nie gegeben: Ein US-Produzent, der an Parkinson leidet, hat sich einer Tiefenhirnstimulation unterzogen und die bei Bewußtsein vorgenommene Operation selbst live kommentiert.

Im Mai 2000 erfuhr der mit einem Emmy ausgezeichnete TV-Produzent Ray Farkas, daß ein wiederkehrender leichter Tremor in seinem linken Bein Symptom eines Morbus Parkinson war, wie der US-Sender ABC berichtet. Drei Jahre lang behinderte ihn die Erkrankung nur unwesentlich, bis die Symptome plötzlich heftiger wurden, auf sein rechtes Bein übergriffen und auch einen seiner Arme betrafen.

Unter keinen Umständen wollte Farkas das selbe Schicksal erleiden wie sein Vater, der nach langer Krankheit an Parkinson gestorben war. Im vergangenen Jahr erfuhr der TV-Produzent von den Erfolgen mit Tiefenhirnstimulation und entschied, einen solchen Eingriff bei sich vornehmen zu lassen.

Bei dieser Methode werden bei lokaler Betäubung und vollem Bewußtsein Elektroden meist in den subthalamischen Nukleus implantiert. Verbunden mit einem Impulsgeber, der in Brust oder Bauchhöhle implantiert wird, setzt ein Gerät feine Stromsignale in den betroffenen Hirnregionen frei und blockiert auf diese Weise überaktive Nervenzellen, die Tremor oder Muskelkrämpfe verursachen.

Während der Operation bleibt der Patient bei Bewußtsein, um dem Chirurgen mitteilen zu können, welchen Effekt die Stimulation auf sein Nervensystem zeigt. Für seine Operation wählte Farkas das Georgetown University Hospital in Washington. Dr. Chris Kalhorn, der behandelnde Chirurg, war von der Idee, die komplette Operation zu dokumentieren, begeistert. Farkas’ Söhne stimmten zu, die Op zu filmen.

Im Oktober war es dann so weit. Acht Stunden dauerte der Eingriff. Während Farkas den Chirurgen durch sein Feedback bei der Plazierung der Elektroden half, dirigierte er gleichzeitig die Filmcrew. Jetzt, fünf Monate später, geht es ihm deutlich besser. Die Dokumentation über seine Op will er bald im Fernsehen senden. Ihr Titel: "Das ist kein Fernsehen, das ist eine Hirnoperation".

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