Ärzte Zeitung, 30.06.2004

Cabergolin ist auch für Betagte gut verträglich

Neue Studiendaten zum Dopamin-Agonisten bei Parkinson-Kranken über 70 Jahre / Nur einmal tägliche Einnahme

ROM (awa). Patienten über 70 Jahre und multimorbide Patienten mit Morbus Parkinson werden initial meist mit L-Dopa behandelt. Denn: In dieser Altersgruppe sind viele Dopamin-Agonisten bisherigen Studienergebnissen zufolge nicht so gut verträglich. Der Dopamin-Agonist Cabergolin wird aber auch von älteren Menschen gut vertragen.

Um schwere Dyskinesien zu vermeiden, werden in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie bei jüngeren Parkinson-Patienten mit mittelschweren Symptomen initial Dopamin-Agonisten empfohlen. Bisher ging man davon aus, daß ältere Patienten die Dopamin-Agonisten nicht so gut vertragen wie jüngere. Vor allem neuropsychische Probleme wie Halluzinationen sowie Blutdruckabfall könnten bei Älteren vermehrt auftreten.

Jetzt gibt es aber aktuelle Studienergebnisse, die belegen, daß Cabergolin (Cabaseril®) auch im höheren Lebensalter gut vertragen wird, wie Professor Heinz Reichmann aus Dresden in Rom gesagt hat. Bei einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer wies Reichmann auf eine Beobachtungsstudie hin, in der 301 Parkinson-Patienten im Alter zwischen 18 und 88 Jahren Cabergolin als Monotherapie oder in Kombination mit L-Dopa erhielten. Die Beobachtungszeit betrug im Mittel knapp 26 Monate. Schwerpunkt der Untersuchung war die Verträglichkeit des Dopamin-Agonisten in verschiedenen Alterstufen. Die Patienten wurden in drei Gruppen eingeteilt: unter 65 Jahre (jung), 65 bis 74 Jahre (alt) und 75 Jahre und älter (sehr alt).

Im Mittel erhielten die Patienten täglich 3,6 Milligramm Cabergolin. Die mittlere Tagesdosis war bei den jungen Patienten höher (4 Milligramm) als bei den sehr alten (2,9 Milligramm).

Das Ergebnis: Cabergolin wurde in allen Altersgruppen etwa gleich gut vertragen. Nur 20 Prozent der sehr alten, 19 Prozent der alten und 16 Prozent der jungen Patienten setzten den Dopamin-Agonisten ab. Gründe waren Müdigkeit, Psychosen, Halluzinationen, orthostatische Hypotonie oder Schwindel.

Cabergolin hat Reichmann zufolge unter den Dopamin-Agonisten mit 65 Stunden die längste Halbwertszeit und muß deshalb nur einmal am Tag eingenommen werden. Wichtig sei es, die Substanzen ausreichend hoch zu dosieren. Häufig würden Dopamin-Agonisten zu gering dosiert, weil das Titrations-Schema zu kompliziert ist. Das sei bei Cabergolin nicht der Fall: In 0,5- und 1- Milligramm-Schritten kann das Medikament einfach titriert werden.

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