Ärzte Zeitung, 12.10.2004

Pramipexol-Therapie bewährt sich bei unterschiedlichen Tremorarten

Der Dopamin-Agonist bessert Ruhe- und Haltetremor sowie kinetischen Tremor / Studien bei Parkinson-Patienten mit therapieresistentem Tremor

DÜSSELDORF (awa). Ruhetremor, Haltetremor und kinetischer Tremor - mit dem nicht-ergolinen Dopamin-Agonisten Pramipexol lassen sich alle diese Tremorarten zusätzlich zu Akinese und Rigor erfolgreich lindern.

Darauf hat Doktor Peter Kraus von der Neurologischen Universitätsklinik Bochum auf dem Neurologie-Kongreß in Düsseldorf hingewiesen. "Als Parkinsontremor galt bis vor wenigen Jahren ausschließlich nur der Ruhetremor, der bei mehr als 75 Prozent der Patienten vorherrscht, mittlerweile ist aber anerkannt, daß Haltetremor und kinetischer Tremor bei Morbus Parkinson ebenfalls von Bedeutung sind", sagte Kraus.

Etwa 60 Prozent der Patienten mit Ruhetremor sprechen gut auf Dopamin-Agonisten und L-Dopa an, wenn die Substanzen ausreichend hoch dosiert seien, so Kraus. Bevor die Dosis erhöht werde, weil der Tremor weiterhin besteht, könne etwa mit Anticholinergika, Propanolol oder Clozapin behandelt werden, berichtete Kraus auf einem Symposium des Unternehmens Boehringer Ingelheim.

Nach den Ergebnissen aktueller Studien mit dem Dopamin-Agonisten Pramipexol (Sifrol®) ließen sich damit nicht nur Akinese und Rigor, sondern auch alle drei Tremorarten gut lindern.

So erhielten in einer Studie 84 Patienten mit ausgeprägtem therapieresistentem Ruhetremor zusätzlich zur bisherigen Therapie Pramipexol oder Placebo. Die Medikation wurde innerhalb von sieben Wochen auftitriert, danach vier Wochen lang mit einer mittleren Tagesdosis von 2,9 mg Pramipexol beibehalten und anschließend folgte eine einwöchige Wash-Out-Phase.

Nach elf Wochen Behandlung habe sich der Tremor, gemessen mit den Parkinson-Symptom-Skalen UPDR II und III mit Pramipexol im Vergleich zu Placebo signifikant gebessert und nach der Woche Wash-Out sei die Tremorstärke wieder auf den Ausgangswert zurückgegangen, berichtete Kraus.

In einer Anwendungsbeobachtung mit knapp 1400 Parkinson-Patienten wurde nach Angaben von Kraus die Wirksamkeit von Pramipexol bei Ruhe- und Haltetremor sowie bei kinetischem Tremor getrennt untersucht. Nach 45 Tagen Therapie mit durchschnittlich 1 mg Pramipexol pro Tag habe die Substanz die Symptome bei allen drei Tremortypen deutlich reduziert.

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