Ärzte Zeitung online, 27.10.2008

Patient mit erstem aufladbaren Hirnschrittmacher geht es gut

KÖLN (dpa). Der Parkinson-Patient, dem in Köln weltweit erstmals ein von außen aufladbarer Hirnschrittmacher implantiert worden war, wird nach Experten-Prognose beschwerdefrei leben können. In zwei bis drei Monaten werden sowohl Zittern als auch Bewegungsverlangsamung ganz oder nahezu verschwunden sein.

"Es geht ihm schon jetzt viel besser", sagte der Neurochirurg Professor Volker Sturm von der Kölner Universitätsklinik am Montag. Sturm hatte die Op am Freitag mit vier weiteren Medizinern durchgeführt (wie berichtet). Das neuartige akkubetriebene Gerät der US-Firma Medtronic sei eine wichtige Innovation für viele Parkinson-Patienten, erklärte Sturm.

Das Gerät erspart dem Patienten die bislang alle zwei bis fünf Jahre fälligen Austausch-Operationen, die in bis zu 20 Prozent der Fälle zu schweren Komplikationen führen. Der neue Schrittmacher "Activa RC" wirke zudem besser und gezielter, da er mehrere Stellen im Gehirn zugleich stimulieren könne. "Konservativ geschätzt könnten davon 2500 bis 3000 Parkinson-Patienten jedes Jahr profitieren", sagte der Kölner Neurochirurg. Derzeit werden in Deutschland jährlich 500 Hirnschrittmacher implantiert, davon 180 von Prof. Sturm, Leiter der Klinik für Stereotaxie und Neurochirurgie.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »

Ein Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung ist ungültig

Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung? Das geht nicht, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Ist das im Arbeitsvertrag dennoch so vorgesehen, können Arbeitnehmer nachträglich aber kein Geld einklagen. mehr »