Donnerstag, 24. Mai 2012
Ärzte Zeitung online, 14.02.2011

Die Antiparkinson-Diät: Beeren und Rotwein

BOSTON (mut). Ein weiterer Grund, viel Obst zu essen: Man kann damit offenbar das Parkinsonrisiko senken - vor allem dann, wenn man rote Beeren mag. Auch das eine oder andere ein Gläschen Rotwein könnte hilfreich sein.

Die Antiparkinson-Diät: Beeren und Rotwein

Der blaue Farbstoff der Heidelbeeren schützt offenbar vor Parkinson

© annalovisa / fotolia.com

Weshalb manche Menschen an idiopathischem Morbus Parkinson erkranken und andere nicht, ist noch weitgehend unklar. Doch offenbar haben Ernährungs- und Lebensgewohnheiten einen starken Einfluss. Bekannt ist etwa, dass Kaffeetrinker und Raucher ein um 50 bis 80 Prozent reduziertes Parkinsonrisiko haben.

Jetzt haben US-Forscher aus Boston herausgefunden, dass auch viel Obst vor der neurodegenerativen Erkrankung schützen könnte. Ein Team um Dr. Xiang Gao von der Harvard School of Public Health hat Daten von knapp 130000 Teilnehmern einer Langzeitstudie analysiert.

Diese mussten einen Fragebogen zu Ernährungsgewohnheiten ausfüllen. Das Team um Gao interessierte sich dabei vor allem für den Konsum von Flavonoiden. Diesen Pflanzenstoffen werden antioxidative Eigenschaften zugeschrieben. Sie finden sich besonders in Obst, aber auch in dunkler Schokolade und in Rotwein.

In der Studie wurde die Parkinson-Inzidenz über 20 bis 22 Jahre dokumentiert. In dieser Zeit erkrankten 805 Teilnehmer (0,6 Prozent) an Parkinson. Dabei zeigte sich: Männer, die über die Ernährung besonders viel Flavonoide zu sich nahmen, waren gut vor Parkinson geschützt.

Im Quintil mit dem höchsten Flavonoidkonsum war die Parkinsonrate um 40 Prozent niedriger als im Quintil mit dem niedrigsten Konsum. Allerding schienen Frauen insgesamt nicht von einem erhöhten Flavonoid-Konsum zu profitieren.

Schauten sich die Forscher aber eine bestimmte Gruppe von Flavonoiden an, die blauen Anthocyan-Farbstoffen, die überwiegend in Beeren vorkommen, so war das Parkinsonrisiko bei Männern und Frauen gleichermaßen reduziert. "Möglicherweise haben Anthocyane neuroprotektive Eigenschaften", so Gao in einer Mitteilung der American Academie of Neurology (AAN). "Sollte sich dies bestätigen, könnte man über den Konsum von solchen Flavonoiden das Parkinsonrisiko auf natürliche und gesunde Weise senken."

Die Daten der Studie sollen auf dem AAN-Kongress Anfang April in Honolulu vorgestellt werden.

Besonders hoch ist übrigens der Anthocyangehalt in Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen und Auberginen. Auch Weintrauben können einen sehr hohen Gehalt aufweisen, was allerdings von der Traubensorte abhängt. Entsprechend hat ein sehr dunkler Wein in der Regel einen hohen Anthocyangehalt.

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