Ärzte Zeitung online, 27.05.2014

Parkinson

Transkranielle Sonografie schützt vor Fehldiagnose

BERLIN. Mit transkranieller Sonografie kann Morbus Parkinson heute früh diagnostiziert werden. Eine Studie (European Journal of Neurology 2014; 21 (6): 860-866) hat nun ergeben, dass diese Untersuchung sich überdies zur Diagnose von atypischen Parkinson-Syndromen eignet, teilt die Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) mit.

Sie liefere ebenso zuverlässige Ergebnisse wie die Positronen-Emissions-Tomografie (PET).

Bei der Parkinson-Diagnostik wird per transkranieller Sonografie die Substantia nigra untersucht. Die Schaltzentrale in der Tiefe des Mittelhirns verdankt ihre dunkle Färbung - und somit ihren Namen - einem hohen Eisengehalt.

Wenn die Substantia nigra im Verlauf der Parkinson-Erkrankung allmählich zugrunde geht, steigt der Eisengehalt. Im Ultraschall ist dies durch ein besonders starkes Echo, einen hellen Schatten auf dem Bildschirm, erkennbar. Um die Parkinson-verwandten Krankheiten zu diagnostizieren, wurden in der Studie zudem der Nucleus lentiformis, eine weitere Schaltzentrale im Mittelhirn, und der dritte Ventrikel ins Visier genommen.

Diese Areale könnten bei den atypischen Parkinson-Syndromen verändert sein.Allerdings erfordere eine aussagekräftige transkranielle Sonografie nicht nur das geeignete Ultraschallgerät, sondern auch viel ärztliche Erfahrung, erinnert die DEGUM. Deshalb führten Neurologen die Untersuchung derzeit vorwiegend in spezialisierten Einrichtungen durch.

"Wir bemühen uns aber, die Kenntnisse zu verbreiten und hoffen, dass der Hirnultraschall in absehbarer Zeit zur Basisdiagnostik bei Morbus Parkinson gehören wird", wird DEGUM-Kursleiter Reinhard zitiert. (eb)

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