Ärzte Zeitung, 16.01.2004

Hinweise auf Schutz vor MS durch Vitamin D

BOSTON (ple). Vitamin D in Form von Vitamin-Präparaten ist offenbar mit einer deutlichen Reduktion der Inzidenz von Multipler Sklerose (MS) assoziiert. Diesen schützenden Effekt des Vitamins läßt zumindest die Auswertung von Daten der Nurses‘ Health-Studien über 10 oder 20 Jahre mit fast 200 000 Frauen vermuten.

Bereits in den 70er Jahren wurde beobachtet, daß die MS-Inzidenz in Regionen der nördlichen Hemisphäre deutlich höher liegt als in der Nähe des Äquators.

Die Hypothese, daß Vitamin D einen schützenden Effekt hat, wird durch Versuche im Tiermodell für Multiple Sklerose (MS) - das sind Mäuse mit experimenteller allergischer Enzephalitis - gestützt: Durch eine Vitamin-D-Supplementation läßt sich die neurodegenerative Erkrankung bei Tieren sogar verhindern. Möglicherweise beruht der Effekt darauf, daß das Vitamin krankheitsfördernde T-Helfer-Zellen in Schach hält, indem Zytokine wie Interleukin 12 und Interleukin 2 unterdrückt werden.

Jetzt haben US-Forscher anhand zweier Nurses‘ Health-Studien festgestellt, daß Frauen, die täglich mindestens 400 Internationale Einheiten Vitamin D in Form von Vitamin-Präparaten - alle vier Jahre überprüft - einnahmen, ein um etwa 40 Prozent verringertes MS-Risiko haben (Neurology 62, 2004, 60). Eine solche Assoziation fanden die Forscher allerdings nicht mit Vitamin D, das mit der Nahrung aufgenommen wurde.

Theoretisch könnten auch andere Vitamine der Präparate, etwa Vitamin B, Vitamin E und Folsäure zum Schutz vor MS beigetragen haben, so die Forscher. Doch sei in Tier-Experimenten ein bedeutsamer Schutzeffekt nur bei einer Supplementation mit Vitamin D beobachtet worden.

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