Ärzte Zeitung online, 03.09.2009

Suchmaschine Google auch bei Neurologen sehr beliebt

BIELEFELD (eb). Viele Neurologen, nämlich 86 Prozent, nutzen die Suchmaschine Google für ihre Internetrecherche zu Fachthemen - und nicht etwa spezielle medizinische Suchmaschinen oder medizinisch wissenschaftliche Fachportale. Das hat eine Studie des Marktforschungsunternehmens TNS Healthcare ergeben. An der Untersuchung nahmen 102 in Deutschland niedergelassene Neurologen und Ärzte für Nervenheilkunde teil.

Rund die Hälfte der Ärzte (49 Prozent) nutzten zuerst das Internet, um sich über praxisrelevante Themen zu informieren. Dabei ist die Enzyklopädie Wikipedia bei der Internetrecherche zu fachlichen Themen von großer Bedeutung für die Ärzte und genießt damit einhergehend großes Vertrauen.

Bei der "Task orientated Net Observation™ von TNS Healthcare bekommen die Probanden eine am Praxisalltag orientierte Rechercheaufgabe. Die Klick- und Suchwege bei der anschließenden, am heimischen Computer gemachten Internetrecherche werden vollständig aufgezeichnet und ausgewertet.

In der aktuellen Studie wurde den Ärzten die Aufgabe gestellt, im Internet nach Informationen zu einem noch nicht zugelassenen Medikament zur Behandlung von Multipler Sklerose zu suchen. Gefragt wurde nach dem Namen des Medikaments und des Herstellers, nach der Verabreichungsform und nach Wirkung und Nebenwirkungen.

Eines der Ergebnisse: Knapp 60 Prozent der Studienteilnehmer fanden sowohl den Namen des Präparates als auch den Namen des Herstellers heraus. Besonders hilfreich beim Auffinden der Lösungen waren nach Angabe der Studienteilnehmer die Webseiten von Wikipedia und der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG). Das deckt sich mit der Auswertung der Suchpfade (Logfile-Analyse), die zusammen mit der Analyse der aufgezeichneten Suchbegriffe zeigt, auf welchen Wegen zusammen mit welchen Mitteln die Suchziele erreicht wurden - oder eben nicht.

Pressemitteilung von TNS Healthcare "Ärzte ziehen Google den spezialisierten medizinischen Suchmaschinen vor"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »