Ärzte Zeitung online, 03.12.2010

Hochdotierter Preis für Multiple-Sklerose-Forschung

STUTTGART (dpa). Der deutsche Biologe Rudolf Martini und die französische Neurologin Catherine Lubetzki erhalten in diesem Jahr den mit 100 000 Euro dotierten Sobek-Forschungspreis. Die Wissenschaftler bekommen die Auszeichnung für neue Erkenntnisse über die Ursachen von Multipler Sklerose (MS).

Die europaweit am höchsten ausgeschriebene Auszeichnung im Bereich der Erforschung und Bekämpfung von MS werde am 10. Dezember in Stuttgart verliehen, teilte die Aktion Multiple Sklerose Erkrankter (AMSEL) mit.

Martini wurde 1956 in Karlsruhe geboren, wo er Biologie studierte. Die Auszeichnung erhält er unter anderem für die Erkenntnis, dass genetische Störungen in den Markscheiden-bildenden Gliazellen zu chronischen Entzündungsreaktionen führen. Martini arbeitet derzeit am Universitätsklinikum in Würzburg.

Lubetzki wurde 1954 in Paris geboren und studierte dort Medizin. Am größten französischen MS-Zentrum erforschte sie die Entstehung, Diagnose und Therapie der Krankheit. Die Neurologin beschäftigte sich insbesondere mit der Entwicklung und Schädigung von Markscheiden, einer Hülle um Nervenfasern, die sich bei der MS entzünden.

Der Preis wird jährlich von der Roman, Marga und Mareille Sobek-Stiftung und verschiedenen Verbänden vergeben. Die Stiftung mit Sitz in Renningen (Baden-Württemberg) war 1994 ins Leben gerufen worden, nachdem das einzige Kind des Darmstädter Unternehmenspaares Roman und Marga Sobek, Mareille, mit 21 Jahren an MS gestorben war.

Pressemitteilung des Multiple-Sklerose-Portals AMSEL

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