Ärzte Zeitung online, 22.01.2011

EMA-Ausschuss empfiehlt Zulassung von oraler MS-Arznei

LONDON (eb). Die orale MS-Arznei Fingolimod (Gilenya™) steht offenbar kurz vor der Zulassung. Der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat am Freitag in London seine positives Votum dazu abgegeben.

Die Experten der Zulassungsbehörde empfehlen die Zulassung für die Behandlung von Erwachsenen mit schubförmig remittierenden Multipler Sklerose, die eine hohe Krankheitsaktivität aufweisen und nicht auf eine Behandlung mit Beta-Interferon ansprechen, teilte die EMA mit.

Diese Empfehlung "wird die Therapie der MS grundlegend verändern", sagte der Prüfarzt der Zulassungsstudie, Professor Hans-Peter Hartung von der Neurologischen Klinik an Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, zu der EMA-Empfehlung.

Fingolimod funktioniert nach einem neuartigen Wirkprinzip. Der Immunmodulator bindet an Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptoren und hält sie dadurch in den Lymphknoten zurück. Auf diese Weise sinkt die Zahl der autoaggressiven Lymphozyten, die ins Gehirn gelangen.

Der zweite Wirkmechanismus beruht auf einer Bindung direkt im Gehirn. Dort bindet der Wirkstoff an entsprechenden Rezeptoren auf Neuronen, den Oligodendrozyten und Mikrogliazellen, wie Professor Bernd Kieseier aus Düsseldorf jüngst auf der Neurowoche in Mannheim erklärte.

Lesen Sie dazu auch:
Zulassungsempfehlung der EMA (extern, PDF-Datei)
Orale Basistherapie bei MS bald auch in Deutschland?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »