Ärzte Zeitung online, 30.11.2016

Multiple Sklerose

Positive Signale

Ein Kommentar von Thomas Müller

Bei Multipler Sklerose denken noch immer viele Menschen an Rollstuhl, Krücken und schwerste Behinderungen. Tatsächlich hat die Krankheit trotz wirksamer Therapien ihren Schrecken längst nicht verloren. So bleibt offen, ob moderne Therapien die fortgeschrittenen Krankheitsphasen nennenswert verzögern.

Zwar lässt sich die Behinderungsprogression mit praktisch allen spezifisch für MS eingesetzten Arzneien bremsen, ob dies aber den Übergang in eine sekundär progrediente MS-Form verhindert, bei der solche Medikamente nicht mehr wirken, und ob der Zeitpunkt schwerster Behinderungen verzögert wird, dies wird diskutiert und vermutet, doch es fehlen aussagekräftige Daten.

Eine Langzeitauswertung aus den USA nährt nun die Hoffnung, dass MS-Kranke häufiger als früher auf den eigenen Beinen bleiben: Im Zeitalter wirksamer Basistherapien benötigt nach 17 Krankheitsjahren nur noch jeder Zehnte eine Gehhilfe, vor Einführung der Interferone und Glatirameracetat war es jeder Zweite.

Das ist ein dramatischer Unterschied. Inzwischen stehen MS-Kranken mit anhaltenden Schüben noch deutlich effektivere Medikamente zur Verfügung. Die Chancen, dass in zwanzig Jahren bei MS keiner mehr einen Rollstuhl vor Augen hat, stehen also gar nicht so schlecht.

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