Ärzte Zeitung, 27.02.2004

Olanzapin beruhigt Schizophrenie-Kranke rasch

Atypikum zur intramuskulären Injektion bewährt sich / Deutlich weniger unerwünschte Effekte als Standardtherapie

OBERURSEL (ner). Zur Behandlung agitierter Patienten mit schizophrenen Psychosen wird es Olanzapin (Zyprexa®) bald auch zur intramuskulären Injektion geben. Es beruhigt die Patienten schneller als Ha-loperidol und verursacht seltener extrapyramidale Störungen.

Etwa zehn bis 20 Prozent aller Notarzteinsätze sind wegen psychiatrischer Erkrankungen nötig, sagte Professor Wolfgang Schreiber vom Bezirksklinikum Mainkofen in Deggendorf. Davon erforderten etwa 8,5 Prozent eine mechanische Fixierung der Patienten. Dies und unerwünschte Wirkungen klassischer Neuroleptika wie Dystonien oder Frühdyskinesien gefährdeten die notwendige Kooperation zwischen Arzt und Patient in der weiteren Behandlung.

Olanzapin i.m. ist ein atypisches Antipsychotikum, welches im Vergleich zu Haloperidol mindestens ebenso wirksam, dabei jedoch signifikant verträglicher sei, so Schreiber bei einer Veranstaltung des Unternehmens Lilly in Oberursel. Dies habe eine Doppelblind-Studie mit 311 akut agitierten Patienten mit Schizophrenie ergeben.

Darin reduzierten beide Neuroleptika, intramuskulär injiziert, im Vergleich zu Placebo signifikant die Agitiertheit, wobei Olanzapin in den ersten 30 Minuten sogar signifikant besser als Haloperidol abschnitt, ohne übermäßig sedierend zu wirken. Insgesamt traten in der Olanzapin-Gruppe signifikant weniger unerwünschte Wirkungen auf, insbesondere weniger Dystonien und extrapyramidale Störungen. Es wurden keine signifikanten Veränderungen des QTc-Intervalls im EKG beobachtet.

Olanzapin kann in einer Dosis von zehn Milligramm alle vier Stunden intramuskulär injiziert werden, maximal dreimal pro Tag. Doch auch höhere Anfangsdosen würden meist gut toleriert, hieß es bei der Veranstaltung. Das i.m.-Präparat wird voraussichtlich Mitte März auf den Markt kommen.

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