Ärzte Zeitung, 07.04.2005

Ziprasidon läßt das Lipidprofil fast unbehelligt

Vergleichsstudien ausgewertet

MÜNCHEN (wst). Die derzeit erhältlichen atypische Neuroleptika sind zur Akut- und Erhaltungstherapie bei Schizophrenie ähnlich gut wirksam und besser verträglich als klassische Neuroleptika. Unterschiede gibt es bei den Atypika aber zum Beispiel bei der Verträglichkeit und dem Einfluß auf den Stoffwechsel. So ändert sich mit einer Ziprasidon-Therapie das Lipidprofil nicht nennenswert.

Das hat Professor Wolfgang Fleischhacker aus Innsbruck beim Europäischen Psychiatriekongreß (AEP) in München berichtet. Klinische Vergleichsstudien hätten ergeben, daß bei Patienten mit Schizophrenie die Positivsymptomatik mit neueren atypischen Neuroleptika wie Olanzapin, Risperidon oder Ziprasidon gleich gut beherrschbar ist wie mit dem Klassiker Haloperidol, sagte Fleischhacker auf einer vom Unternehmen Pfizer unterstützten Veranstaltung.

Atypika linderten Negativsymptome stärker und verbesserten kognitive Funktionen sogar tendenziell bis signifikant wirksamer als Haloperidol. Ihr entscheidendes Plus ist jedoch die deutlich bessere Verträglichkeit, vor allem eine erheblich verringerte Inzidenz extrapyramidaler motorischer Störungen (EPS), so Fleischhacker.

Zwischen den Atypika gebe es jedoch deutliche Unterschiede in der Verträglichkeit, sagte der Psychiater. Er verwies auf die Ergebnisse von zwei Doppelblindstudien mit jeweils über 250 akut schizophrenen Patienten, in denen Ziprasidon (Zeldox®) gegen Olanzapin oder gegen Risperidon geprüft worden war.

Positiv- und Negativsymptomatik wurden mit Ziprasidon und den beiden Vergleichssubstanzen ähnlich gut, schnell und anhaltend reduziert. Mit Ziprasidon kam es jedoch nach Angaben des Psychiaters seltener zu EPS und sexuellen Funktionsstörungen als mit Risperidon.

Ziprasidon wirkte sich auch günstiger auf das Lipidprofil aus: Nach sechs Wochen Therapie stieg mit Olanzapin das Gesamtcholesterin um 19,5 Prozent, das LDL um 13 Prozent und die Triglyzeride um 26 Prozent, mit Ziprasidon lagen diese Werte nach sechs Wochen sogar geringfügig unter dem Ausgangsniveau.

Ziprasidon ist in Deutschland seit April 2004 zur Schizophrenie-Therapie zugelassen. In den USA wurde im August 2004 die Zulassung auf manische Episoden bei Patienten mit bipolaren Störungen erweitert. Eine entsprechender Schritt für Europa ist beantragt.

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