Ärzte Zeitung, 07.02.2006

Fördert neues Schlafmittel den Traumschlaf?

LONDON (ddp.vwd). Ein neues Schlafmittel könnte für erholsamen Schlaf ohne Betäubungseffekt sorgen: Der Wirkstoff fördert den Traumschlaf. Damit kann nicht nur die Schlafqualität verbessert werden, sondern auch das Gedächtnis, hoffen die Schweizer Entwickler.

Erste Tests an Ratten sind bereits sehr vielversprechend verlaufen - es gab weder Hinweise auf eine Abhängigkeit noch auf einen Gewöhnungseffekt, berichtet das Fachmagazin "Chemistry & Industry" (6. Februar, S. 13).

Das neue Mittel namens Orexin-RA-1 fördert den REM-Schlaf, indem es im Gehirn die Wirkung einer Hormongruppe, der Orexine, blockiert.

Mit Orexin-RA-1 behandelte Ratten waren ausgeruhter und auch lernfähiger als Artgenossen, die ein anderes Schlafmittel erhalten hatten. Die neue Substanz könnte nach Ansicht der Forscher auch noch weitere positive Effekte haben: Da Orexine auch den Appetit steigern, könnte ein Eingriff in das Orexin-System Übergewichtigen dabei helfen, weniger zu essen.

Die Wissenschaftler sehen außerdem Möglichkeiten bei der Behandlung von Suchtkrankheiten, die ebenfalls mit den Orexinen in Zusammenhang gebracht werden. Ob diese Wirkungen jedoch tatsächlich auch bei Menschen vorhanden sind, muß in Studien erst noch nachgewiesen werden.

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