Ärzte Zeitung online, 27.10.2011

Wer schlecht schläft, gefährdet sein Herz

Schlaflose Nächte hinterlassen offenbar auch am Herzen ihre Spuren. Norwegische Forscher haben jetzt festgestellt: Bei häufigen Schlafstörungen besteht ein erhöhtes Herzinfarktrisiko.

Wer schlecht schläft, gefährdet sein Herz

Ist die Nachtruhe häufig gestört, kann das Herzinfarktrisiko steigen.

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TRONDHEIM (ob). Einschlaf- und Durchschlafprobleme sowie das Gefühl, keine erholsame Nachtruhe gefunden zu haben, plagen viele Zeitgenossen.

Die Frage, ob daraus auch negative Auswirkungen auf Herz und Gefäße resultieren können, wurde nun von einer Gruppe norwegischer Forscher um Dr. Lars Laugsand aus Trondheim prospektiv in einer großen Bevölkerungsstudie untersucht (Circulation 2011; 124:2073).

Über 50.000 Studienteilnehmer

Die daran beteiligten 52.610 Männer und Frauen sind zu Beginn unter anderem nach drei möglichen Anzeichen für schlechten Schlaf befragt worden: Schlafen Sie schlecht ein, haben Sie Probleme beim Durchschlafen, finden Sie keinen erholsamen Schlaf?

Gefragt wurde auch nach der Häufigkeit entsprechender Probleme.

Faktoren wie Depression und somatische Erkrankungen berücksichtigt

Geklärt werden sollte, in welcher Beziehung diese Schlafprobleme auf längere Sicht zum Risiko für einen Herzinfarkt standen.

Bei ihrer Datenanalyse legten die Untersucher Wert darauf, den Einfluss anderer Faktoren wie Depression, Ängstlichkeit oder auch somatischer Erkrankungen, die häufig mit Schlafstörungen einhergehen, besonders zu betrachten.

Über elf Jahre beobachtet

Im Zeitraum der Nachbeobachtung, die sich im Schnitt über 11,4 Jahre erstreckte, ereigneten sich insgesamt 2368 Herzinfarkte.

Wie die Forscher herausfanden, waren bei initialer Befragung angegebene Schlafstörungen mit einer, so die Einschätzung, "moderaten" Zunahme von Herzinfarkten assoziiert.

Risiko bei häufigen Einschlafstörungen um 45 Prozent erhöht

Danach war das Infarktrisiko bei häufigen Einschlafstörungen relativ um 45 Prozent erhöht; bei permanenten Durchschlafstörungen betrug die Risikoerhöhung 30 Prozent und bei häufig mangelnder Regeneration nach dem Schlaf 27 Prozent. Als Referenz dienten jeweils mit gesundem Schlaf gesegnete Personen.

Zu beobachten war auch eine "Dosis-Wirkung-Beziehung": Je mehr Symptome von Schlafstörungen vorhanden waren, desto höher war das relative Risiko.

Noch viel Forschung für eine konkrete Empfehlung nötig

Die Einbeziehung bestehender Schlafstörungen in die Risikoabschätzung könnte nach diesen Daten etwa im Hinblick auf die kardiovaskuläre Prävention von Vorteil sein, so die Studienautoren.

Bevor aber konkrete Empfehlungen gegeben werden können, sei noch viel Forschung nötig.

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