Ärzte Zeitung, 17.02.2004

Werbung für Drogen per SMS

Belgischer TV-Sender schließt Teletextseite / Speed, Kokain und Ecstasy im Angebot

BRÜSSEL (dpa). Fernsehwerbung für Drogen, Waffen und Prostitution wird in Belgien zunehmend zum Problem. Zwar versuchen die Sender, illegale Kleinanzeigen per SMS von ihren Teletextseiten zu verbannen. Doch die anonymen Anbieter erfinden immer neue Wege, gesperrte Stichwörter zu umgehen.

Der flämische Musiksender TMF griff nun zur Notbremse und schloß seine Kleinanzeigenseite vorübergehend ganz. "Qualitätspornos zu verkaufen" oder "Ich suche ein Jagdgewehr mit übereinander liegenden Läufen, Kaliber egal" - das waren einige Offerten im TMF-Teletext.

Auch "Schnelligkeit" wurde angeboten - wer eine SMS-Nachricht an die angegebene Handynummer sandte, landete bei einem Drogenhändler. Der gab Aufputschmittel für zehn Euro pro Gramm ab: "Wieviel Gramm hätten Sie gerne?", fragte er. "Geben Sie Ihre Bestellung per SMS durch, und am Wochenende kann ich liefern."

Der Speed-Dealer war nicht der einzige Anbieter illegaler Drogen. Einige Wettbewerber offerierten, so die Zeitung "De Morgen", auch Kokain und Ecstasy. Um das Kontrollsystem zu täuschen, benutzten sie eine Geheimsprache: Kokain wurde als "Sosa" umschrieben, flüssiges Ecstasy als "Kugeln" oder "Zwiebeln".

Der Jugendsender TMF entschuldigte sich für die dubiosen Meldungen. "Wir haben einen automatischen Filter, der die Kleinanzeigen auf 4000 verbotene Wörter durchsucht", sagte TMF-Sprecherin Sarah Hellemans der Zeitung.

Alarm im Justizministerium löste im vergangenen Oktober die Nachricht aus, Strafgefangene empfingen per SMS-Balken im Fernsehen verschlüsselte Informationen aus der Außenwelt. Auch untereinander tauschten sich die Häftlinge per TV-Bildschirm aus, hieß es.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Obamacare bleibt!

Blamage für US-Präsident Donald Trump: In letzter Minute zogen die Republikaner die Abstimmung über die geplante Gesundheitsreform zurück. Gerade auch, weil die Zustimmung aus den eigenen Reihen fehlte. mehr »