Ärzte Zeitung, 25.05.2004

Ecstasy stört Risikoabschätzung und Gedächtnis

BONN (dpa). Langzeitkonsumenten der Partydroge Ecstasy können selbst im drogenfreien Zustand Risiken viel schlechter abschätzen als Menschen ohne Ecstasy-Erfahrung. Das hat eine Studie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Bonn ergeben. Zudem scheine die Droge mit dem chemischen Kürzel MDMA auf Dauer auch das Erinnerungsvermögen deutlich zu beeinträchtigen.

Ecstasy-Konsumenten schnitten im Vergleich zu Cannabis-Rauchern und Menschen ohne Drogenerfahrungen schlechter bei Kartenspielen ab, bei denen ein Gewinn-Verlust-Verhältnis geschätzt werden sollte. Die Forscher vermuten, daß auch im Alltag die Fähigkeit gestört sein könnte, vernünftige Entscheidungen zu treffen.

Auch das Gedächtnis leidet nach Angaben der Forscher bei regelmäßigem MDMA-Konsum spürbar. So sollten sich alle Probanden eine Liste mit 15 Wörtern einprägen, die ihnen fünfmal vorgelesen wurde. Die beiden Kontrollgruppen bewältigten die Aufgabe sehr gut. Im Schnitt konnten sich die Teilnehmer eine halbe Stunde später an 14 der 15 Begriffe erinnern. In der Ecstasy-Gruppe waren es direkt nach dem Test im Schnitt nur zwölf Wörter, nach einer halben Stunde nur noch zehn Begriffe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »