Ärzte Zeitung, 07.10.2004

Neue Klinikstation in Essen für junge Drogenabhängige

Platz für bis zu zehn Patienten

ESSEN (apa). Die Rheinischen Kliniken der Universität Duisburg-Essen haben eine Station für drogenabhängige Jugendliche eingerichtet. "Bislang gibt es keine universitäre Forschung zu diesem Bereich. Es gibt daher einen riesigen Forschungsbedarf", erklärt der Leiter der Suchtstation, Professor Johannes Hebebrand.

Hebebrand ist zugleich auch Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. Bis zu zehn Jugendliche gleichzeitig können auf der Suchtstation zwei- bis sechswöchige, im Bedarfsfall aber auch längere Entziehungskuren machen. Hebebrand und sein 15köpfiges Team kooperieren mit der Suchtberatungsstelle "Suchthilfe direkt Essen".

In den nächsten zwei Jahren wollen sie zusammen mit dem Jugendamt herausfinden, unter welchen Umständen die jungen Abhängigen leben. Hebebrand will auch klären, ob die Motivation der jungen Patienten den Behandlungserfolg beeinflußt. Seine Hypothese ist, daß es kaum eine Rolle spielt, ob die Patienten von ihren Eltern oder einem Familiengericht geschickt wurden oder auf eigenen Beschluß kommen. Ähnliche Erfahrungen habe man im Erwachsenenbereich gemacht.

Außer dem Drogenproblem würden viele Patienten zusätzlich unter Depressionen leiden, sagt Hebebrand; zudem unter Angststörungen, Psychosen, einem Aufmerksamkeitsdefizit oder einer Hyperaktivitätsstörung. "Die Zahl dieser komorbiden Störungen ist bei den jungen Patienten höher als bei Erwachsenen", so Hebebrand.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »