Ärzte Zeitung, 11.10.2005

Gezieltes Angebot, um Müttern das Rauchen abzugewöhnen

Schutz von Kindern / Aktion von Krebsgesellschaft und AOK

KIEL (di). Krebsgesellschaft und AOK wollen Mütter im Norden vom Nichtrauchen überzeugen. Ihr Hauptargument ist das Risiko des Passivrauchens für die Kinder.

"Hurra, Mama raucht nicht mehr" - unter diesem Motto starten AOK und Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein ihr Modellprojekt in zwei Kieler Kindergärten. Ziel ist es, durch Raucherentwöhnungskurse den Nikotinkonsum von Müttern deutlich zu verringern oder ihnen das Rauchen ganz abzugewöhnen.

"Wir wollen eine Lebensstiländerung der Mütter bewirken und die Gesundheit der Frauen, aber auch ihrer Kinder deutlich verbessern", sagte Angelika Forster von der AOK Schleswig-Holstein. Sonja Kulschewski von der Krebsgesellschaft im Norden zielt besonders auf die Risiken des Passivrauchens ab.

Nach ihren Angaben müssen jährlich mehr als 14 000 Kinder in Deutschland unter fünf Jahren stationär behandelt werden, weil ihre Gesundheit durch Tabakrauch in den eigenen vier Wänden geschädigt wurde. Besonders gefährdet seien Kleinkinder unter zwei Jahren, weil sie fast den ganzen Tag in geschlossenen Räumen zubringen. Mit dem Passivrauchen steige etwa das Risiko von Atemwegserkrankungen um 57 Prozent, das Risiko einer Mittelohrentzündung um 62 Prozent.

Den angesprochenen Müttern werden zehnwöchige Kurse angeboten. In dieser Zeit sollen sie außer zum Verzicht auf die Zigarette auch zu einer allgemein gesünderen Lebensweise motiviert werden.

Durch Absprachen mit den Kindergärten wollen die Initiatoren Mütter in vergleichbaren Lebensphasen für die Kurse gewinnen, damit die Programme möglichst gezielt auf die Teilnehmerinnen zugeschnitten werden können. Das Modellprojekt ist auf ein Jahr befristet und wird wissenschaftlich begleitet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »