Ärzte Zeitung, 05.12.2005

WHO stellt keine Raucher mehr ein

Neue Richtlinie gilt nur bei Neu-Anstellungen / Tests soll es aber keine geben

GENF (dpa). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Einstellungsstop für Raucher verhängt. Das hat WHO-Sprecherin Fadela Chaïb am Freitag im Schweizer Rundfunk bestätigt.

Die WHO ist die erste Organisation der Vereinten Nationen, die zu so drastischen Maßnahmen im Kampf gegen das Rauchen greift. Der Stop gilt rückwirkend vom 1. Dezember.

Stellenanzeigen tragen nun den Vermerk, daß die WHO ein rauchfreier Ort ist und die Organisation deshalb keine Leute anstellt, die Tabak "in irgendeiner Form" konsumieren. Bewerber sollen angeben, ob sie rauchen - und ob sie im Fall einer Anstellung dies weiter zu tun beabsichtigen. Wenn sie dies bejahen, werden sie von der Liste der Kandidaten gestrichen.

Die WHO beschäftigt an ihrem Hauptsitz in Genf etwa 2400 Mitarbeiter. Das bereits angestellte Personal sei von der Maßnahme nicht betroffen, erklärte Chaïb. Es werde auch keine Tests geben, um möglichem Tabakkonsum von WHO-Angestellten auf die Spur zu kommen.

Schweizer Arbeitsrechtler verweisen darauf, daß die WHO bei Einstellungen eigene Kriterien anlegen kann. Das Schweizer Recht verbietet nur die Diskriminierung nach Geschlecht, Herkunft oder Glauben. Wenn ein neu Eingestellter seine Leidenschaft zuvor verheimlicht habe, könne er aber anschließend nicht deswegen entlassen werden.

Seit Jahren führt die WHO eine Kampagne gegen das Rauchen. Sie hat als erste UN-Organisation einen weltweiten Gesundheitsstandard durchgesetzt, der von der Mehrheit der WHO-Vertragsstaaten unterschrieben wurde. Er sieht ein allgemeines Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden sowie eine Werbebeschränkung vor.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

QuaMaDi wird fortgesetzt

Aufatmen im Norden: KV und Kassen haben sich auf den Fortbestand des Brustkrebsfrüherkennungsprogramm QuaMaDi geeinigt. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »