Ärzte Zeitung, 04.05.2006

Zahl der Drogentoten geht in Deutschland weiter zurück

Niedrigster Stand seit 1989 / Drogenbericht vorgestellt

BERLIN (ddp.vwd). Die Zahl der Drogentoten ist im vergangenen Jahr mit 1326 auf den niedrigsten Stand seit 1989 gesunken.

Durch den Gebrauch illegaler Drogen starben im vergangenen Jahr 1326 Menschen. Foto: dpa

Wie die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des neuen Drogenberichts der Bundesregierung mitteilte, setzte sich damit eine rückläufige Entwicklung seit dem Jahr 2000 fort. Bätzing nannte als Gründe, den Ausbau der Beratungsangebote und die Verbesserung der Substitutionsbehandlung verantwortlich.

Die Drogenbeauftragte verteidigte ihren Vorstoß für eine Abgabe von Heroin auf Rezept an Schwerstabhängige. Für diesen begrenzten Personenkreis weise die Behandlung mit Heroin statistisch eine "signifikante Überlegenheit" auf, sagte Bätzing unter Verweis auf einen Modellversuch in sieben deutschen Städten mit etwa 1000 Abhängigen.

Dies betreffe den Gesundheitszustand der Schwerstabhängigen ebenso wie den "gesellschaftlichen Mehrwert durch sinkende Beschaffungskriminalität".

Die Abhängigkeit der Deutschen von legalen Suchtmitteln hält Bätzing dagegen für alarmierend. Etwa 20 Millionen Bundesbürger konsumierten regelmäßig Tabak, Alkohol oder schluckten Medikamente, so die Drogenbeauftragte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »