Ärzte Zeitung, 10.10.2006

Politiker fordern gesetzliches Rauchverbot im Auto

Auch Ärzte befürworten Verbot, um Kinder zu schützen

BERLIN (dpa). Deutsche Politiker fordern ein gesetzliches Rauchverbot im Auto, um Kinder besser vor den gesundheitlichen Gefahren des Passivrauchens zu schützen.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte, Kinder verdienten einen besonderen Schutz: "Daß Eltern zum Beispiel in Autos oder in geschlossenen Räumen rauchen, wenn ihre Kinder dabei sind, sollte verboten werden." Lauterbach ergänzte: "Kinder, die zum Passivrauchen gezwungen werden, erkranken viel häufiger an Allergien und Asthma, und sie werden später oft selber abhängig."

Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), befürwortet ein Rauchverbot im Auto zum Schutz von Kindern und will eine gesetzliche Umsetzung prüfen. Karl-Heinz Florenz (CDU), der Vorsitzende des Ausschusses für Volksgesundheit im Europaparlament, schloß sich der Forderung an: "Die Schadstoffkonzentration in einem Pkw, in dem geraucht wird, liegt etwa 30 Mal höher als der Grenzwert bei der Feinstaubbelastung, über den wir in Brüssel gerade diskutieren."

"Ich halte es für sinnvoll, ein gesetzliches Rauchverbot im Auto zum Schutz von Kindern zu prüfen", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Bärbel Höhn. "Es gibt ja auch die Anschnallpflicht für Autofahrer."

Ärzte unterstützen den Vorstoß. Eckart Laack, Oberarzt und Tumorspezialist am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf, sagte: "60 Säuglinge sterben jedes Jahr in Deutschland durch Passivrauchen, insgesamt sterben jedes Jahr etwa 3300 Nichtraucher an Erkrankungen, die durch Passivrauchen verursacht sind."

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