Ärzte Zeitung, 02.08.2007

BUCHTIPP DES TAGES

Hilfe für Kinder Alkoholkranker

Kinder alkoholabhängiger Eltern gelten oft von vornherein als geschädigt oder behandlungsbedürftig. Einige von ihnen haben tatsächlich Auffälligkeiten und werden suchtkrank, andere aber überstehen ihre schwierige Kindheit offenbar nahezu unbeschadet.

In seinem neu aufgelegten Buch "Kinder aus alkoholbelasteten Familien" stellt Martin Zobel aktuelle Studien nicht nur zu den Problemen, sondern auch zu den Chancen dieser heterogenen Gruppe vor. "Das Erkennen und Fördern dieser Potenziale sollte wichtiger Bestandteil in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus alkoholbelasteten Familien sein", fordert Zobel.

Einen Schwerpunkt des Buches bildet die Frage, ob Nachkommen alkoholabhängiger Erwachsener selbst alkoholsüchtig werden "müssen". Den Risikofaktoren, etwa dem Vorbild trinkender Eltern, stellt der Autor Schutzfaktoren wie angemessene Bewältigungsstrategien und tragfähige emotionale Beziehungen gegenüber.

Viele Faktoren in diesem Zusammenspiel lassen sich beeinflussen. In einem Kapitel werden sie übersichtlich zu einem "Modell zur Transmission der Alkoholabhängigkeit" zusammengefasst. Ergänzt wird das Buch durch Tipps für Außenstehende, die Kontakt zu Kindern aus alkoholbelasteten Familien haben. (sir)

Zobel, Martin: Kinder aus alkoholbelasteten Familien. Entwicklungsrisiken und -chancen, Hogrefe-Verlag, 2. Auflage (2006). 278 Seiten, Paperback, 29,95 Euro, ISBN: 3-8017-1924-3.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »