Ärzte Zeitung, 17.09.2008

Praxis


Gewinner des Prix Galien USA 2007. Kandidat für den Prix Galien International 2008.
Hier stellt sich der Kandidat vor.

Hohe Abstinenzraten ergeben sich auch in der Praxis

Gute Erfolgsraten und ein einfaches Procedere sind die Vorteile von Champix® in der Praxis.

In der Praxis lassen sich mit dem Wirkstoff gute Einjahres-Abstinenzraten erreichen, berichtet Dr. Thomas Hering aus Berlin. Als weiteren Vorteil von Vareniclin sieht der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands der Pneumologen die einfache Handhabung.

Er plädiert dafür, Patienten immer wieder zu fragen, ob sie rauchen. Lautet die Antwort ja, schlägt er ihnen den Fagerström-Test vor, der die körperliche und psychische Abhängigkeit ermittelt. Es folgen Raucheranamnese und Motivationsanalyse. Dabei fragt Hering Erfolgsprädiktoren ab: täglicher Konsum, Alter, Geschlecht, Depressivität, Komorbidität, Zusammenleben mit Rauchern. Der Pneumologe favorisiert die Einzelberatung: Sie sei in jeder Praxis machbar, ohne dass man genügend Patienten für Gruppen zusammensuchen müsse.

"Viele aufhörwillige Raucher entscheiden sich für medikamentöse Unterstützung", berichtet Hering. "Ich erkläre ihnen, dass sie mehr als die Hälfte des möglichen Erfolges verschenken, wenn sie darauf verzichten." Um die Übelkeit unter der Therapie mit Vareniclin gering zu halten, wird einschleichend dosiert. Dazu gibt es ein Starterkit mit einmal 0,5 mg täglich für drei Tage, dann zweimal 0,5 mg täglich für vier Tage, zuletzt die Volldosis von zweimal 1 mg pro Tag bis zur 12. Woche.

Zur Begleitung nutzt Hering eine Methode, die er für den Bundesverband erarbeitet hat. Erst vereinbart er mit den Patienten die Medikation samt Einnahmedauer und Start des Rauchverzichts in der zweiten Therapiewoche.

Vareniclin ist einfach in der Anwendung.

Zusätzlich macht er fünf Termine aus, einen Einstiegstermin von 30 bis 60 Minuten, den nächsten etwa drei Tage nach dem Rauchstopp. "Dann können die Patienten schon über ihre Schwierigkeiten berichten - gut als Arbeitsgrundlage", so Hering. Bei diesen Treffen wie auch bei den drei weiteren wird besprochen, welche Versuchungssituationen es gab, wann sich Rückfälle ereigneten, welche Tagesrituale geändert werden müssen und wie man sich anstelle des Rauchens belohnt. Jedesmal macht Hering auch eine CO-Expirationsmessung.

Während der Entwöhnung hat er die psychischen Reaktionen beobachtet, die während einer Rauchentwöhnung oft zu erwarten sind: Irritabilität, Nervosität und Depressivität. Übelkeit treffe ungefähr ein Drittel der Patienten, sei aber allenfalls flüchtig. Nur bei wenigen Patienten sei eine Dosisreduktion erforderlich, um den Preis allerdings geringerer Erfolgsaussichten.

Nach Therapieende schlägt er weitere Termine in den Monaten 6 und 12 vor, um den Motivationsdruck zu erhöhen. "Viele Patienten setzen das Präparat frühzeitig ab, weil sie sich überschätzen und Kosten sparen wollen", so Herings Erfahrung. Dabei sei die Ausgabe im Vergleich zu den 1600 Euro gering, die manche vorher jährlich für Zigaretten ausgegeben haben. "Es ist ein Handicap, dass Medikamente zur Rauchentwöhnung entgegen der Evidenzlage von der Erstattung ausgeschlossen sind." Daher stuften viele Patienten sie als Lifestyle-Mittel ein, was sie de facto nicht seien. (ars)

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