Ärzte Zeitung online, 15.09.2008

Ärztekammer fordert Einstufung von Rauchern als Kranke

DORTMUND (dpa). Die Bundesärztekammer fordert die Anerkennung von Tabakabhängigkeit als Krankheit. "Eine Bewertung als Lifestyle- Problem, das durch reine Willensanstrengungen oder Gruppengespräche zu beheben wäre, wird der Problematik nicht gerecht."

So jedenfalls heißt es in einer Stellungnahme zur Expertenanhörung der Bundesregierung, die den "Ruhr Nachrichten" vorlag. Die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) kommt am heutigen Montag in Berlin mit Vertretern von rund 30 Verbänden zur Vorbereitung nationaler Aktionsprogramme gegen Alkoholmissbrauch und Rauchen zusammen.

Bei der Mehrzahl der Raucher handele es sich um "Abhängigkeitserkrankte", argumentiert die Bundesärztekammer in dem Papier. Empfehlungen, dass Ärzte Patienten gezielt auf Nichtraucherkurse ansprechen sollen, griffen zu kurz. Besonders großen Handlungsbedarf sieht der Ärzteverband dem Bericht zufolge bei der Prävention an Haupt- und Berufsschulen.

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