Ärzte Zeitung online, 06.11.2008

EU-Drogenexperte sieht Anzeichen für Verschärfung des Heroinproblems

BRÜSSEL (dpa). Der Missbrauch von Heroin droht nach Einschätzung der EU-Drogenbeobachtungsstelle wieder zu einem größeren Problem in Europa zu werden. Die positive Entwicklung der vergangenen Jahre setzt sich nicht fort. So vermeldeten einige Länder bei der Zahl der Drogentoten einen Anstieg. Auch die weltweite Produktion von Opium ist offenbar im vergangenen Jahr stark gestiegen.

"Es gibt Bedenken und Anzeichen, die das Ganze problematisch erscheinen lassen", sagte Direktor Wolfgang Götz am Donnerstag zur dpa. Am Donnerstagvormittag will die Behörde in Brüssel ihren jährlichen Drogenbericht vorstellen. "Bis 2003 ist die Zahl der Drogentoten stetig nach unten gegangen. Wir haben gedacht, dass sich der Trend fortsetzt", sagte Götz. Seine Behörde schätzt, dass jedes Jahr mindestens 7000 bis 8000 Menschen an den Folgen einer Überdosis Rauschmittel sterben.

Die Opiumproduktion sei im Jahr 2007 um mehr als 30 Prozent auf rund 8870 Tonnen gestiegen. In Afghanistan habe die Produktion mit 8200 Tonnen ein Rekordhoch erreicht. Es gebe dort bisher keine erfolgreichen, alternativen Entwicklungsprojekte. "Wenn man daran denkt, dass Afghanistan früher Weltmarktführer in der Safran-Produktion war, dann kann man sich leicht vorstellen, dass es Alternativen gäbe."

Erstmals seit Jahren sinkt das Durchschnittsalter der Heroinabhängigen

Bedenklich ist laut Götz auch das seit Jahren erstmals sinkende Durchschnittsalter der Heroinabhängigen. Es gebe bisher keine Erklärung dafür, warum die Zahl der jungen Konsumenten wieder steige. In manchen Ländern gebe es zudem Anzeichen für ein wachsendes Problem mit synthetischen Opioiden. Substanzen wie Fentanyl seien zum Beispiel in Estland und Lettland aufgetaucht und hätten eine viel stärkere Wirkung als Heroin. "Das ist etwas, wo wir die Augen offen halten müssen", sagte Götz.

Er begrüßte, dass inzwischen alle EU-Länder Behandlungen mit Ersatzdrogen wie Methadon anböten. "Wir haben jetzt ein Niveau erreicht, wo wir wirklich Einfluss nehmen können", sagte Götz. "Die Substitutionsbehandlung ist eindeutig eine Maßnahme, die zur Stabilisierung und auch zu den Verbesserungen - wo sie da sind - beigetragen hat." Allerdings habe es einige Todesfälle mit Methadon gegeben. Diese stünden zwar nicht direkt in einem Zusammenhang mit der Behandlung. Trotzdem müssten manche Länder noch einmal überprüfen, auf welche Art sie Methadon verschrieben, forderte Götz.

[07.11.2008, 10:00:27]
Dipl.-Psych. Christine Trübner 
Rosenöl aus afghanischer Produktion
Schockierend so zu verknüpfen, welche Politik- und somit kriegsabhängigen Folgen anderswo - nun mit des 1. Farbigen Präsidentschaftssieg in den USA hoffentlich postiv beeinflußbar - sich auch gegen uns rückwärts auswirken.
Ich empfehle die Nutzung nicht nur wegen faltenlosen 54 Jahren an Alters die Gesichtscreme von Dr. Hauschka/Wala auf pflanzlich/anthroposophisch/
homöophatischer Basis wg. seines Rosenölanteilss aus afghanischer Bauernproduktion, der vormals Opium anbaute. Auch so kann gewirkt werden mit Erfolg! zum Beitrag »

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