Ärzte Zeitung online, 13.11.2008

Mann mit 7,67 Promille Alkohol - Polizei staunt

STRALSUND (dpa). Mit einem rekordverdächtigen Atemalkoholwert von 7,67 Promille ist ein Mann am Mittwochabend in Stralsund gefunden worden. Der 44-Jährige von der Insel Rügen habe noch in das Testgerät pusten können und sei dann zur Ausnüchterung in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte am Donnerstag ein Sprecher der Stralsunder Polizeidirektion.

Der wegen seines Alkoholkonsums polizeilich bekannte Mann habe in hilflosem, aber nicht lebensgefährlichem Zustand vor einer Gartenanlage gelegen. Erstaunt waren die Beamten, als sie das Testgerät ablasen. "Ein solcher Wert ist mir in meinen 28 Berufsjahren noch nicht vorgekommen", sagte der Sprecher. Einen Fehler am Testgerät schließt die Polizei aus.

Update 13. November 2008, 15:00 Uhr

Nach Einschätzung eines Rechtsmediziners der Universität Greifswald handelt es sich bei diesem Wert um ein "exemplarisches Einzelereignis". Wenn ein Mensch über Jahre die Erfahrung gemacht habe, hohe Alkoholmengen zu verarbeiten, sei es möglich, diese hoch toxische Konzentration zu erreichen und "auch einmal" zu überleben, sagte der Rechtsmediziner Dr. Klaus-Peter Philipp. Diese Alkoholkonzentrationen seien aber grundsätzlich lebensgefährlich. Hirnzellen würden geschädigt, Koma und Lähmung des Atemzentrums im Hirn drohten.

Der Mann aus Poseritz auf Rügen hat möglicherweise einen unrühmlichen Spitzenwert für Deutschland erreicht. Im Jahr 2004 wurde in Karlsruhe ein Alkoholiker mit einem Blutalkoholwert von 7,04 Promille aufgelesen.

Im Jahr 2006 zogen litauische Beamte allerdings einen Autofahrer mit einem Atemalkoholwert von 8,4 Promille aus dem Verkehr. Rechtsmediziner Philipp wies zudem auf Differenzen zwischen Blut- und Atemalkoholwerte hin. Gerade bei höherer Alkoholkonzentration klafften die beiden Messwerte zunehmend auseinander. Der Blutalkoholwert könne deshalb bis zu einem Promille unter oder über dem Atemalkoholwert liegen. In Stralsund hat die Polizei keinen Blutalkoholtest vorgenommen.

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