Ärzte Zeitung online, 19.02.2009

Bätzing verteidigt Fixerstuben

BERLIN/WIEN (dpa). Die sogenannten Fixerstuben in Deutschland sind nach Angaben der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing mit internationalen Konventionen zur Eindämmung des Rauschgiftmissbrauchs vereinbar. Die Befürchtung, wonach das kontrollierte Angebot solcher Räume zu mehr Drogenkonsum führen könnte, träfen auf die deutschen Einrichtungen nicht zu, betonte die Drogenbeauftragte am Donnerstag in Berlin.

Nach Meinung des Suchtkontrollrats der Vereinten Nationen (INCB) widersprechen die Drogenkonsumräume internationalen Vereinbarungen. Bätzing sagte in Berlin, für langjährig schwer abhängige Menschen stellten die Einrichtungen "eine Hilfe zum Überleben und zur Anbindung an das bestehende und gut ausgebaute Hilfesystem dar".

INCB-Präsident Hamad Ghodse begrüßte bei der Vorstellung des Jahresberichts 2008 in Wien die großen Fortschritte, die in den vergangenen Jahrzehnten bei der Bekämpfung des weltweiten Drogenmissbrauchs gemacht worden seien. Zugleich warnte er, dass traditionelle Drogen zunehmend durch neue Rauschmittel ersetzt würden. Ghodse forderte die internationale Gemeinschaft auf, künftig mehr in Drogenmissbrauchsprävention zu investieren.

Andererseits ermutigte er die Regierungen zahlreicher Länder, den Zugang zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln einschließlich Morphin und Codein zu erleichtern. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden jährlich bis zu 85 Millionen Menschen in rund 150 Ländern wegen der staatlichen Einschränkungen an unbehandelten mittleren bis starken Schmerzen.

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