Ärzte Zeitung online, 03.03.2009

Mehr Drogentote in Deutschland

BERLIN (dpa). Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 55 auf 1449 gestiegen. So viele Drogentote gab es seit 2003 nicht mehr, teilte die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) am Dienstag in Berlin mit.

Die meisten Abhängigen starben wegen einer Überdosis Heroin. "Der Drogentod im Bahnhofsklo gehört der Vergangenheit an", sagte Bätzing. Die meisten Toten gebe es in Privaträumen. Notärzte kämen dort oft zu spät. Bätzing sprach sich für mehr Therapien und die erweiterte kontrollierte Abgabe von Ersatzstoffen aus. Auch das künstliche Heroin Diamorphin solle regelmäßig eingesetzt werden. Hier gibt es in der Großen Koalition Streit.

Immer mehr Konsumenten von Amphetaminen und Kokain fielen den Behörden auf, sagte der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke. Dabei mache das im Vergleich zu Heroin vermeintlich saubere Kokain genauso abhängig. Außerdem gebe es in Deutschland verstärkt Haschisch aus Afghanistan. Die Polizei spüre verstärkt Cannabisplantagen auf, allein 517 im vergangenen Jahr. Insgesamt stagniere die Nachfrage nach Drogen ungeachtet aller Aufrufe gegen Rauschgift auf hohem Niveau, räumte Bätzing ein.

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