Ärzte Zeitung online, 25.06.2009

Studie: Verhaltenstherapie reduziert Drogenkonsum

FRANKFURT/MAIN (dpa). Bei sozial verelendeten, langjährigen Drogenabhängigen verringert das verhaltenstherapeutisches Programm mit dem Namen KISS den Rauschgiftkonsum deutlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Drogenreferats in Frankfurt / Main, die am Donnerstag bei einer Fachtagung vorgestellt wurde.

Das Programm KISS (Kontrolle im selbstbestimmten Substanzkonsum) führte bei den Teilnehmern zu einem 30-prozentigen Rückgang ihres Drogenkonsums; bei der Kontrollgruppe waren es nur sechs Prozent weniger. 113 langjährige Abhängige der offenen Drogenszene im Durchschnittsalter von 39 Jahren nahmen an der Studie teil, die von November 2006 bis August 2008 lief.

"Besonders deutlich waren die Erfolge bei Crack, Benzodiazepinen und Cannabis", heißt es in der Auswertung. "Etwas geringer sind die Effekte bei Heroin." Der Alkoholkonsum wurde nicht beeinflusst. Die meisten Teilnehmer nehmen mehrere Rauschgifte zu sich. Auch ein halbes Jahr nach dem Ende des Programms konsumierten einige Teilnehmer noch deutlich weniger Rauschgift als vorher.

KISS soll stark Drogenabhängige befähigen, ihren Rauschgiftkonsum gezielt zu verringern und möglichst auch auf Dauer einzustellen. Es wird seit drei Jahren in der Integrativen Drogenhilfe in Frankfurt und bereits seit vier Jahren in verschiedenen Hamburger Drogenhilfeeinrichtungen eingesetzt. Auch in Darmstadt, Halle, Nürnberg, Saarbrücken, Stuttgart, Österreich und der Schweiz gibt es KISS-Gruppen.

Die Teilnehmer treffen sich während des auf drei bis vier Monate angelegten Programms zwölfmal zu Gruppensitzungen. Sie führen Konsumtagebücher, legen wöchentliche Reduktionsziele fest und tauschen sich über Risikosituationen und den Umgang mit "Ausrutschern" aus.

Bürgerhaus Gutleut: Rottweiler Str. 32, 60327 Frankfurt am Main

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