Ärzte Zeitung online, 21.07.2009

Keine Transplantation für Komasäufer: 22-Jähriger stirbt

LONDON (dpa). Nach seinen langjährigen Alkoholexzessen wurde ihm eine lebensrettende Organtransplantation verweigert, nun starb ein 22 Jahre alter Engländer an den Folgen einer Leberzirrhose. Der junge Mann aus London hatte nach eigener Darstellung schon im Alter von 13 Jahren mit Komasaufen begonnen.

Doch erst vor zehn Wochen musste er wegen seines Alkoholmissbrauchs erstmals ins Krankenhaus, wie die britische Nachrichtenagentur PA am Montag berichtete.

Obwohl die Ärzte eine schwere Zirrhose diagnostizierten und dem jungen Mann nur noch Wochen zu leben gaben, wollten die Gesundheitsbehörden keine Ausnahme von den strengen Transplantations-Richtlinien machen. Demnach hätte der 22-Jährige erst für ein halbes Jahr beweisen müssen, die Finger vom Alkohol lassen zu können. Die Mutter des Mannes beklagte sich in der Zeitung "Evening Standard" über die aus ihrer Sicht "unfairen" Richtlinien.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »