Ärzte Zeitung online, 10.11.2009

Preiserhöhungen können Raucher nicht bremsen

HAMBURG (dpa). Höhere Preise und Rauchverbote an vielen Orten lassen Deutschlands Raucher kalt. Der Zigarettenmarkt sei trotz der Preiserhöhungen im Sommer und der veränderten Packungsgrößen stabil geblieben, teilte der Zigarettenkonzern Reemtsma am Dienstag mit. Unverändert ziehen sich die Raucher jährlich etwas mehr als 122 Milliarden Zigaretten durch die Lungen.

Allerdings gibt es laut Reemtsma einen Trend zu preisgünstigen Fabrikprodukten und zu selbst gedrehten Zigaretten. Die "sonstigen Tabake", das sind allerlei Dreh- und Stopfprodukte, machen mittlerweile fast ein Drittel des Gesamtmarktes aus. Außerdem werden nach wie vor 20 Prozent aller Zigaretten nicht versteuert, sondern legal oder illegal aus dem Ausland eingeführt oder sogar gefälscht.

"Reemtsma steht so gut da wie noch nie", sagte Titus Wouda Kuipers, der Generalmanager Deutschland. Die Tochtergesellschaft des britischen Konzerns Imperial Tobacco steigerte ihren Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr (30. September) von 840 Millionen Euro im Vorjahr auf 904 Millionen Euro. Der operative Gewinn stieg von 391 Millionen Euro auf 441 Millionen Euro.

Die Reemtsma-Topmarke "John Player Special" (JPS) konnte ihre Position weiter ausbauen und verbesserte ihren Marktanteil von 7,8 auf 8,5 Prozent. Damit liegt sie auf dem zweiten Platz hinter Marlboro. Auch der Reemtsma-Konzern insgesamt rangiert nach der Übernahme der spanischen Altadis durch Imperial Tobacco in Deutschland auf Platz zwei.

Die Zigarettenkonzerne hatten im Juni den Preis pro Packung um 20 Cent erhöht sowie später wegen einer gesetzlichen Änderung die Mindestgröße ihrer Packungen von 17 auf 19 Stück angehoben. Für die nähere Zukunft erwartet Kuipers keine weiteren Preiserhöhungen durch die Industrie und auch keine Erhöhungen der Tabaksteuer. Die Raucher könnten sich auf stabile Preise einstellen. Bei den Rauchverboten sieht er einen Trend zu einer liberaleren Gesetzgebung in den Ländern, vor allem für kleinere Kneipen. Wesentlich wichtiger für die Industrie sei allerdings die Bekämpfung des Schmuggels.

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