Ärzte Zeitung, 11.12.2009

Pharmaverband: Nikotinsucht ist schwere Krankheit

BONN (eb). Der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) hält die Einstufung der medikamentösen Nikotinersatztherapie (NET) als Lifestyle-Präparate für falsch.

Dabei beruft sich der Verband auf ein Rechtsgutachten der Hamburger Kanzlei Schmidt-Felzmann & Kozianka. Die Folgen der Nikotinsucht kosten die Solidargemeinschaft Milliardenbeträge. Eine Studie des Deutschen Krebsforschungsinstituts hat ergeben, dass in Folge des Rauchens Kosten von etwa 34 Milliarden Euro pro Jahr entstehen (wir berichteten).

Bislang ist die Nikotinersatztherapie nach Paragraf 34 SGB V Absatz 1 von der Kassen-Erstattung ausgeschlossen. Nikotinabhängigkeit stelle aber ebenso wie Alkoholabhängigkeit eine Suchterkrankung dar, heißt es im Gutachten. Zudem seien die verursachten Gesundheitsschäden "schwerwiegende Erkrankungen". Außerdem gelte die NET als "Therapiestandard" zur Behandlung von Patienten mit Nikotinabhängigkeit. Damit seien die Voraussetzungen erfüllt, um diese Therapie in die OTC-Ausnahmeliste aufzunehmen, teilt der Verband mit.

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