Ärzte Zeitung online, 19.01.2010

Deutsche bezahlen mehr fürs Rauchen

WIESBADEN (dpa). Die Raucher in Deutschland haben im vergangenen Jahr mehr Geld für ihre Sucht ausgegeben. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, wurden insgesamt Tabakwaren mit einem Wert im Handel von knapp 22,8 Milliarden Euro versteuert - ein Plus von 1,4 Prozent oder rund 315 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr.

Allerdings wird in Deutschland immer weniger geraucht: Die erhöhten Steuereinnahmen sind auf Preiserhöhungen zurückzuführen. Da Schmuggelware nicht erfasst werden kann, gilt die Statistik nur als Indiz für den tatsächlichen Konsum.

Nach den Angaben der Statistiker wurden 2009 in Deutschland mit 86,6 Milliarden Zigaretten 1,4 Milliarden Stück weniger versteuert als im Vorjahr. Das sei ein Minus von 1,6 Prozent. Im Durchschnitt rauchte jeder Einwohner in Deutschland im vergangenen Jahr nach vorläufigen Daten 1055 Zigaretten. Damit setzte sich der rückläufige Trend der letzten Jahre fort: 2004 hatte der Durchschnitt noch bei 1355 Glimmstängeln pro Einwohner gelegen.

Sehr stark rückläufig waren die versteuerten Absatzmengen von Pfeifentabak (-57,2 Prozent) sowie von Zigarren und Zigarillos (-24,6 Prozent). Der Absatzeinbruch beim Pfeifentabak sei vor allem auf die geänderte steuerliche Behandlung der sogenannten Pseudo-Pfeifentabake zurückzuführen, die seit Juli 2008 mit dem höheren Steuersatz von Feinschnitt besteuert werden.

Gleichzeitig drehen nach der Preiserhöhung für Zigaretten Mitte vergangenen Jahres viele Raucher wieder selbst. Der Absatz von Feinschnitt stieg nach den Angaben 2009 um 11,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr an.

[10.03.2010, 14:27:32]
Dipl.-Med Rainer Höhne 
Lästige Tabaksteuer?
Angesichts leerer Haushaltskassen ist es verständlich, dass der Staat nicht ernsthaft gegen das Rauchen vorgehen will. So leicht sind 315 Mio € nicht zu ersetzen! zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »