Ärzte Zeitung online, 04.06.2010

Erhöht Rauchen die Arthritis-Inzidenz?

Steigende Zahl von Frauen mit Rheumatoider Arthritis in USA / Rauchen als wesentlicher Faktor genannt

ROCHESTER (hub). Die Inzidenz der Rheumatoiden Arthritis (RA) in den USA hat von 1995 bis 2007 zugenommen: von 0,6 auf 0,7 Prozent der Bevölkerung. Für diese Gesamtzunahme sind steigende RA-Raten bei Frauen verantwortlich.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Mayo-Klinik in Rochester im US-Bundesstaat Minnesota. Ausgewertet wurden Daten der über 18-jährigen Bevölkerung des Bezirks Olmsted. In der Kohorte wurde bei 466 Menschen eine RA diagnostiziert, 69 Prozent davon waren Frauen. Das mittlere Alter bei Diagnosestellung lag bei 56 Jahren.

Bei Frauen hat es demnach von 1995 bis 2007 einen mäßigen Anstieg in der RA-Inzidenz gegeben. In den vier Jahrzehnten zuvor sei die Inzidenz rückläufig gewesen, so die Autoren. In dem genannten Zeitraum hat die RA-Inzidenz bei Frauen um 2,5 Prozent pro Jahr zugelegt, bei Männern hingegen sank sie um 0,5 Prozent. Die alters- und geschlechteradjustierte Gesamtinzidenz stieg von 0,6 Prozent im Jahr 1995 auf 0,7 Prozent in 2007 (Arthritis Rheum 2010; 62: 1576).

Die Autoren liefern auch mögliche Erklärungen für die Entwicklung. Erstens sei der Zusammenhang zwischen Rauchen und einem erhöhten RA-Risiko belegt. Zwar nehme die Rate der Raucher in den USA kontinuierlich ab, so Dr. Elena Myasoedova und ihre Kollegen. Diese Entwicklung ist bei Frauen aber langsamer als bei Männern. Zweitens könnten niedrigere Östrogendosen in oralen Antikontrazeptiva einen geringeren Schutz vor RA bieten als die höheren Dosen in älteren Präparaten.

Dritter Erklärungsansatz ist Vitamin D: Mehrere Studien hätten einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Rheumatoider Arthritis ergeben. Ein solcher Vitaminmangel habe in den vergangenen Jahrzehnten in der US-Bevölkerung zugenommen, vor allem bei Frauen.

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