Ärzte Zeitung online, 08.06.2010

Forschern gelingt der Nachweis von Amphetaminen in der Atemluft

STOCKHOLM (men). Schwedische Wissenschaftler haben eine Methode zum Nachweis von Amphetaminen in der Atemluft entwickelt. Das neue Testverfahren könnte künftig die deutlich aufwendigere Untersuchung von Blut- oder Urinproben im Verdachtsfall ersetzen und so die Drogenkontrolle im Straßenverkehr erleichtern.

Das neue Analyseverfahren ist zwar noch nicht validiert, ein erster Praxistest verlief aber vielversprechend. Bei zwölf Patienten, die zuvor wegen akuter Amphetamin-Vergiftung behandelt werden mussten, gelang nach Ausnüchterung der Nachweis der Substanz in der Atemluft (Journal of Analytical Toxicology, 2010, 34, 233).

Für die Untersuchung der Atemluft mussten die Studienteilnehmer zehn Minuten lang in eine Maske mit einem speziellen Filter atmen, an dessen siliziumhaltiger Oberfläche die ausgeatmeten Amphetamin-Moleküle haften blieben. Mit einer Kombination aus Flüssigkeitschromatografie und Tandem-Massenspektometrie gelang anschließend der Nachweis von Amphetamin und Methamphetamin auf dem Filter.

Die untersuchten Patienten atmeten zwischen 0,2 und 139 Pikogramm Amphetamin pro Minute ab. Die Amphetamin-Konzentration in der Atemluft war demnach sehr viel niedriger als in den ebenfalls untersuchten Blut- und Urinproben.

Dennoch gelang bei allen zwölf Studienteilnehmern der eindeutige Nachweis von Amphetamin- und Methamphetamin in der Atemluft. In einer Kontrollgruppe mit acht gesunden Freiwilligen fanden sich weder Amphetamin noch Methamphetamin in der Atemluft.

Studienleiter Professor Olof Beck vom Karolinska Institut in Stockholm erläutert: "Das Ergebnis unserer Untersuchung ist sehr vielversprechend. Wir wollen nun versuchen, die Analysenmethode auch für andere Substanzen anwendbar zu machen. Wenn es gelingt, ein Messgerät zum Nachweis von verschiedenen Drogen in der Atemluft zu entwickeln, wäre das optimal für die Narkotika-Kontrolle im Straßenverkehr."

Zum Abstract der Originalpublikation "Amphetamines Detected in Exhaled Breath from Drug Addicts: A New Possible Method for Drugs-of-Abuse Testing"

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