Ärzte Zeitung online, 16.06.2010

Uni Münster: Teenager sollen für die Forschung Alkohol trinken

MÜNSTER (dpa). Die Universität Münster sucht 14 bis 16 Jahre alte Jugendliche, die zu wissenschaftlichen Zwecken Alkohol trinken möchten. Psychologen wollen herausfinden, wie junge Leute den richtigen Umgang damit lernen. Das teilte die Hochschule am Dienstag mit. Das Experiment sei als Präventionsprogramm zu verstehen.

Das Experiment findet an zwei aufeinanderfolgenden Samstagen (10. und 17. Juli) jeweils von 12 bis 19 Uhr im Institut für Psychologie, Fliednerstraße 21, in Münster statt. Kinder und Eltern, die sich für das Experiment interessieren und teilnehmen wollen, können vorab an einer Informations-Veranstaltung teilnehmen: 22. Juni ab 19 Uhr, Fliednerstraße 21, Raum 2.035. Interessierte sollten sich dafür per E-Mail anmelden: praeventionsprogramm@uni-muenster.de. In der Mail sollten Alter und Geschlecht des Kindes genannt werden. Außerdem benötigen die Jugendlichen für beide Termine eine Einverständniserklärung der Eltern und müssen nach dem Trinkexperiment abgeholt werden.

Die Wissenschaftler versichern, dass die Jungen und Mädchen nur mäßige Alkoholmengen trinken. Der neue Ansatz sei vom führenden Suchtexperten Dr. Johannes Lindenmeyer entwickelt worden.

Hintergrund sei, dass sich das Trinkverhalten Jugendlicher verändert, dass Komasaufen enorm zugenommen habe. "Ungefährliches Trinken muss gelernt werden - dazu dient das Trinkexperiment."

Konkretes Ziel sei, die oft unrealistischen Erwartungen der jungen Leute an die positiven Wirkungen des Alkohols zu korrigieren. Dazu misst das Psychologen-Team den Blutalkoholspiegel, macht Konzentrationstests und erfasst erwartete und tatsächliche Alkoholwirkung.

Mitteilung der Universität Münster zu dem Experiment

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »