Ärzte Zeitung online, 05.01.2011

Rauchverbote ohne Einfluss auf Umsatz in der Gastronomie

OSLO (hub). Hohe Umsatzeinbußen, massiver Stellenabbau - so lauteten die Warnungen aus der Gastronomie vor Rauchverboten. Mittlerweile hat sich der Rauch verzogen, die befürchteten negativen Effekte sind nirgendwo eingetreten. Die Warnungen haben sich als das entpuppt, was sie waren: Phrasen von Lobbyverbänden.

Rauchverbote ohne Einfluss auf Umsatz in der Gastronomie

Per Gesetz nach draußen verbannt: Raucher unter Wärmelampen und mit Decken vor einem Lokal.

© dpa

In der wissenschaftlichen Literatur gebe es keine einzige Studie, die einen ökonomischen Einfluss von Rauchverboten auf die Gastronomie zeige, schreiben norwegische Gesundheitsökonomen in der Einleitung ihrer Studie. Das gelte sowohl für Restaurants, Kneipen und andere Bewirtungseinrichtungen, mit einer Ausnahme: Spielhallen. Dr. Hans Olav Melberg von der Uni Oslo und sein Kollege Dr. Karl E. Lund haben in ihrer aktuellen Studie die Situation in Norwegen analysiert (Eur Health Econ online). Dort wurden im Juni 2004 strikte Rauchverbote eingeführt.

Über einen Zeitraum von drei Jahren haben die beiden Forscher im Zweimonatsrhythmus die Einnahmedaten gastronomischer Betriebe ausgewertet. Im Jahr nach Einführung der Rauchverbote nahmen die Einnahmen in Restaurants - preisbereinigt - um 2,5 Prozent zu, verglichen mit den Einnahmen im Jahr vor den Rauchverboten. Allerdings sank volkswirtschaftlich betrachtet der Anteil am persönlichen Konsum der Norweger für Restaurants von 1,65 auf 1,57 Prozent.

Einen ähnlichen Trend gab es auch für den Bereich Kneipen und Bars: Im Jahr nach Inkrafttreten der Rauchverbote lagen die Einnahmen 1,2 Prozent höher als im Jahr davor, auch hier sank der Anteil am persönlichen Konsum geringfügig.

Auch langfristig betrachtet gab es keinen Einnahmerückgang in Kneipen oder Restaurants durch die Anti-Raucher-Gesetze, konstatieren die beiden Forscher. Dies sei besonders für ein Land wie Norwegen bemerkenswert, da postuliert wurde, wegen der kalten Temperaturen würde sich kein Raucher vor die Tür einer Kneipe stellen, sondern lieber zuhause bleiben. Und dadurch würden letztlich die Einnahmen sinken. Auch dies hat sich im Nachhinein als falsch erwiesen.

Als richtig haben sich in mehreren Studien vielmehr die positiven Effekte von Rauchverboten gezeigt: Die Zahl der Raucher sinkt, weniger Jugendliche fangen mit dem Laster an, und auch die Zahl der Herzinfarkte ist rückläufig (wir berichteten mehrfach).

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