Ärzte Zeitung online, 03.08.2011

Alkoholsucht: Uni Bonn sucht Probanden

BONN (eb). Die Uniklinik Bonn sucht gesunde männliche Testpersonen als Kontrollgruppe für eine Studie zur Erforschung der Alkoholabhängigkeit. Der zeitliche Aufwand: zwei Termine von jeweils knapp drei Stunden Dauer.

Die männlichen Testpersonen sollten zwischen 30 und 65 Jahren sein, keine Drogen oder psychogenen Medikamente nehmen und keine Hirnerkrankungen oder psychischen Störungen haben.

Die Probanden unterziehen sich einer Kernspintomografie. Zusätzlich werden anhand kurzer Aufgaben grundlegende Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis erfasst.

Für genetische Untersuchungen werden den Testpersonen zudem einige Milliliter Blut abgenommen. Weil das Erbgut durch Umweltfaktoren beeinflusst wird und die Gruppe der Probanden möglichst einheitlich sein soll, können nur Personen deutscher Abstammung teilnehmen, teilt die Universität Bonn mit. Die Probanden erhielten MRT-Bilder ihres Gehirns sowie eine Aufwandsentschädigung von mindestens 70 Euro.

In Deutschland 1,3 Millionen Alkoholabhängige

Laut Suchtbericht der Bundesregierung seien in Deutschland rund 1,3 Millionen Menschen alkoholabhängig. Mit der Studie möchten die Wissenschaftler herausfinden, ob sich die Hirnfunktion von alkoholkranken und gesunden Menschen unterscheidet.

Außerdem wollen sie untersuchen, ob für derartige Unterschiede sowie die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit genetische Faktoren von Bedeutung sind. Dadurch soll die Ursache derartiger Störungen besser verstanden und die Behandlung optimiert werden.

Interessenten können sich per E-Mail an Annette Seissinger (annette.seissinger@ukb.uni-bonn.de) wenden oder montags, mittwochs und donnerstags unter der Nummer 0228-28719578 anrufen.

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