Ärzte Zeitung, 17.04.2012

Australien: Tabakfirma klagt gegen Ekelmotive

SYDNEY (dpa). In Australien dürfen Zigaretten demnächst nur noch in olivgrünen Packungen ohne Markennamen verkauft werden. Gegen diese Vorschrift hat unter anderem der Besitzer der Camel-Marke, die Tabakfirma JT International, geklagt.

Damit verletzt die Regierung das geistige Eigentum der Tabakfirmen, argumentiert sie. Am Dienstag ging der Streit vor das höchste australische Gericht in Canberra.

"Uns ist klar, dass die Welt uns zuschaut", sagte Generalstaatsanwältin Nicola Roxon vor dem Gerichtsgebäude. "Wir hoffen, dass das Gesetz dieser Herausforderung standhält."

Länder wie Großbritannien, Neuseeland und Kanada planen ähnliche Gesetze. In Australien haben ein Werbeverbot, hohe Tabaksteuern und andere Maßnahmen die Zahl der Raucher deutlich reduziert.

Bei Männern ging der Anteil der Raucher an der Gesamtbevölkerung von 40 Prozent 1983 auf jetzt 16 Prozent zurück, bei Frauen von 32 auf 14 Prozent. Auch British American Tobacco und Philip Morris kämpfen gegen die Regeln.

"Wir sind zwar für effektive Tabakregulierung, aber wir sind gegen Bestimmungen, die Erwachsene davon abhalten, Tabakprodukte zu kaufen und zu konsumieren oder die das Funktionieren des legalen Tabakmarktes unnötig behindern", schrieb Philip Morris in einer Stellungnahme, als das Parlament über das Gesetz debattierte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »