Ärzte Zeitung, 04.02.2004

Therapie mit Coxiben schont außer den Magen auch den Darm

Risiko für Darmblutungen bei Rofecoxib-Therapie nur halb so groß wie bei Naproxen-Behandlung / Schutz bei rheumatoider Arthritis und Arthrose

HAMBURG (grue). Eine Schmerztherapie mit Coxiben ist bekanntlich magenverträglicher als die mit klassischen nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Coxibe können darüber hinaus aber auch das Risiko für Läsionen im Darm senken.

Das Risiko für Darmblutungen ist bei Patienten, die Rofecoxib (Vioxx®) einnehmen, nur halb so groß wie bei Patienten, die mit dem klassischen NSAR Naproxen behandelt werden.

Auf dieses Ergebnis einer Subgruppenanalyse aus der VIGOR-Studie hat Professor Bernd Simon vom Kreiskrankenhaus Schwetzingen bei einer Veranstaltung von MSD in Hamburg hingewiesen. Eine ähnliche Risikoreduktion lasse sich durch die Kombination von klassischen NSAR und einem Magenschutzpräparat nicht erreichen, so der Gastroenterologe. Das habe eine Studie mit einem anderen Coxib (Celecoxib) ergeben, bei der Probanden drei Wochen lang das Coxib oder Naproxen und einen Protonenpumpenhemmer (PPI) eingenommen hatten: Mit dem Coxib gab es deutlich weniger Dünndarmläsionen als mit NSAR/PPI, wie Kapselendoskopien belegt hatten.

Simon erinnerte daran, daß etwa die Hälfte der Patienten mit klassischen NSAR Magenprobleme haben und zwei bis vier Prozent eine schwere gastrointestinale Komplikation wie Blutung, Perforation oder symptomatisches Ulkus bekommen. Durch einen zusätzlichen PPI läßt sich zwar die Magenverträglichkeit verbessern, aber die Patienten würden ungern über längere Zeit ein solches "vorbeugendes" Präparat einnehmen.

In einer niederländischen Studie lag die Compliance für eine begleitende PPI-Therapie bei der NSAR-Erstverschreibung noch bei fast 90 Prozent. Der Anteil sank nach der zweiten und dritten Verschreibung auf 50 und 40 Prozent. Und: Mehr als 80 Prozent der mit klassischen NSAR behandelten Patienten hätten erst gar keinen Magenschutz erhalten, so Simon. Eine solche Prävention sei aber nötig, wenn die NSAR-Therapie länger als eine Woche dauert und es sich um alte Patienten oder solche nach Magenulzera handelt. Die bessere Magen-Darm-Verträglichkeit von Rofecoxib im Vergleich zu klassischen NSAR wurde nicht nur bei rheumatoider Arthritis nachgewiesen, sondern nun auch bei Arthrose (wir berichteten).

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