Ärzte Zeitung, 24.03.2004

Moderne Schmerztherapie setzt sich durch

Opioidanalgetika werden häufiger verordnet / Bedarf an hochspezialisierter Versorgung ist nicht gedeckt

NEU-ISENBURG (mar). In der Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen hat es in den letzten Jahren zwar deutliche Fortschritte gegeben.

Aber diese reichen absolut nicht aus. Das ist das Fazit von Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident des Schmerztherapeutischen Kolloquiums - Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie, die in ihr 20jähriges Bestehen feiert.

Für die 15 Millionen chronisch Schmerzkranken in Deutschland sei durch die mehr als 90 regionalen schmerztherapeutischen Zentren nun ein flächendeckendes Versorgungsnetz entstanden.

In diesem Netz ist sowohl für die Therapie, für Schmerzkonferenzen, in denen Problempatienten vorgestellt werden, sowie für Fortbildungsveranstaltungen gesorgt. Bis zu 15 Prozent der Patienten benötigen aber eine hochspezialisierte interdisziplinäre Therapie, und da reicht die Versorgung nicht aus, sagte Müller-Schwefe zur "Ärzte Zeitung".

Fortschritte gebe es auch in der hausärztlichen Betreuung von Schmerzkranken. Immer mehr Kollegen wüßten über Schmerzen und Schmerztherapie Bescheid und scheuen sich nicht mehr davor, auch Opioidanalgetika zu verordnen, wenn diese indiziert sind, so Müller-Schwefe.

Das Neueste zum Thema "Praktische Schmerztherapie" bietet der 15. Deutsche Schmerztag vom 25. bis 27. März in Frankfurt am Main. Schwerpunktthema dieses Jahr sind Kopf-, Gesichts- und Nervenschmerzen. In Plenarsitzungen, Workshops, Poster- Sessions und Hands-On-Workshops werden Erkenntnisse der Grundlagenforschung und die hieraus resultierenden diagnostischen und therapeutischen Strategien dargestellt.

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