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Ärzte Zeitung, 13.01.2005

Schmerztherapie bei Nierenkranken

Dosis von Buprenorphin und Tilidon muß nicht an Nierenfunktion angepaßt werden

LEIPZIG (grue). Das Opioid Buprenorphin wird überwiegend über die Leber ausgeschieden und kann deswegen bei nierenkranken Schmerzpatienten ohne Dosisanpassung verordnet werden.

Häufig angewendete Opioide wie Morphin, Oxycodon und Tramadol müssen bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion vorsichtig dosiert werden, weil sich bei verzögerter Elimination das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen erhöht. Anders verhält es sich mit Buprenorphin (Transtec®) und Tilidin/Naloxon. Diese Substanzen können in normaler Dosierung angewendet werden.

Bei Älteren ist generell Prüfung der Nierenfunktion wichtig

An die Nierenfunktion sollte aber nicht nur bei Patienten mit bereits dialysepflichtigem Organschaden gedacht werden. Das betonte Professor Rainer Böger aus Hamburg bei einer Veranstaltung von Grünenthal in Leipzig. Die Nierenfunktion sollte generell auch bei älteren, multimorbiden Patienten geprüft werden.

Denn ab dem vierzigsten Lebensjahr nehme die Filterleistung der Niere jährlich um 1 ml pro Minute ab. Beschleunigt werde dieser Verlust bei Patienten mit Diabetes, Hypertonie und vorbestehender Nierenerkrankung. "Dennoch bleibt der Kreatininspiegel im Serum relativ lange stabil", so Böger.

Der Grund: Die Kreatininproduktion, und damit auch der Serumwert, hängt unter anderem von der Muskelmasse ab, die im Alter, vor allem bei Frauen, meist stark abnimmt. Ist nur wenig Kreatinin vorhanden, kann trotz verringerter Nierenfunktion der Serumwert normal erscheinen.

Das Serumkreatinin gibt also die tatsächliche Nierenfunktion nur sehr ungenau wieder. Genauer lasse sich die Kreatinin-Clearance nach der Cockroft-Gault-Formel abschätzen, so Böger. Dazu sind Serumkreatinin-Wert, Gewicht und Alter der Patienten nötig.

Clearance-Rechner gibt es im Internet, etwa unter www.globalrph.com, Medical Calculators, Creatinine clearance. Es gibt auch einen Rechner für Kinder. Geschlecht, Alter, Gewicht (Kilogramm anwählen) und Kreatininwert werden eingegeben. Dezimalzahlen werden mit Punkt statt Komma (zum Beispiel 1.2) eingegeben. Es gibt auch Rechner auf deutsch, zum Beispiel bei www.dialyse-hamburg.de (Button Kreatinin-Clearance Rechner).

STICHWORT

Clearance-Formel

Mit der einfachen Version der Cockcroft-Formel kann die Kreatinin-Clearance rasch eingeschätzt werden. Sie gibt in etwa die glomeruläre Filtrationsrate wieder. Zunächst wird das Alter des Patienten von 140 abgezogen. Das Ergebnis wird durch den Serum-Kreatinin-Wert geteilt. Dieser Wert wird mit dem Gewicht des Patienten multipliziert. Anschließend wird durch 72 geteilt. Das ergibt die Kreatinin-Clearance für Männer. Bei Frauen, die einen geringeren Muskelanteil haben, wird der errechnete Wert mit 0,85 multipliziert.

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