Ärzte Zeitung, 25.11.2004

Aku-Taping bei Schmerz und Darmproblemen

Dehnbare Tapes statt starre

DÜSSELDORF (ner). Eine neue Taping-Methode zur Behandlung von Schmerzpatienten, aber auch bei internistischen Problemen hat der Kieler Allgemeinarzt Dr. Hans U. Hecker bei der Medica in Düsseldorf vorgestellt. Aku-Taping orientiert sich an den Prinzipien der Chinesischen Medizin.

"Aku-Taping ist eine Weiterentwicklung des Kinesio-Tapings, welches durch den japanischen Arzt Kenzo Kase in den 70er Jahren entwickelt worden ist", sagte Hecker zur "Ärzte Zeitung". Werden beim klassischen Taping starre Tape-Verbände benutzt, um ein Gelenk zu fixieren, wird beim Aku-Taping mit dehnbaren Tapes gearbeitet, die über die Bewegung wirken sollen.

Die Tapes werden entsprechend den Regeln der Akupunktur und der Chinesischen Medizin auf vorgedehnte Hautareale geklebt, etwa dorsalseitig über das Handgelenk in Palmarflexion. Bei Bewegung würden die Strukturen unter der Haut, also auch entsprechende Akupunktur-Punkte, gereizt, so Hecker. Damit erweitere sich das Indikationsspektrum im Vergleich zum überwiegend schmerzbezogenen Kinesio-Taping.

So bewirkt nach Angaben von Hecker die Reizung der Akupunktur-Punkte "Dünndarm 3" eine deutliche Detonisierung der Schulter-Nacken-Muskulatur, "Dickdarm 4" wirkt bei allgemeinen Schmerzzuständen. Der Allgemeinarzt setzt das Verfahren aber auch als unterstützende Maßnahme etwa bei Obstipation, Colon irritabile oder Asthma ein.

Ob Aku-Taping tatsächlich durch das Akupunkter-Prinzip wirkt, ist unklar. Bei Bewegung wird durch die Tapes auch eine Art Bindegewebsmassage erreicht und es werden Mechanorezeptoren gereizt. Zudem ist die Aktivierung des dermato-viszeralen Reflexbogens denkbar.

Weitere Infos finden Sie im Internet: www.akutaping.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Bundestag macht den Weg frei für Cannabis auf Rezept

13:12Ärzte können Hanf als verschreibungspflichtiges Medikament verordnen. Nach jahrelanger Debatte hat das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu geregelt. Krankenkassen müssen die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »