Ärzte Zeitung, 04.03.2005

Eintauchen in virtuelle Welt reduziert Schmerz

ADELAIDE (wsa). Das Spielen in virtuellen Welten kann bei Kindern die Schmerzen nach schweren Verletzungen lindern. Zu diesem Ergebnis kommen australische Wissenschaftler nach einem ersten Experiment mit Kindern, die schwere Verbrennungen erlitten haben.

Wie Karen Grimmer in "BMC Pediatrics" (4, 2005, 27) darlegt, haben alle Kinder auch schmerzstillende Medikamente bekommen, doch erst zusammen mit dem Spiel in der virtuellen Realität konnte der Grad der Schmerzen von mittel-schwer auf gering gesenkt werden.

Das Team vom Women’s and Children’s Hospital in Adelaide bat sieben Kinder und Jugendliche, die schwere Verbrennungen erlitten hatten, ein Computer-Spiel zu spielen. Mit diesem konnten die fünf- bis achtzehnjährigen Testpersonen in eine simulierte Umgebung eintauchen. Die Kinder erhielten Helme mit zwei Computer-Bildschirmen und einem Sensor, durch die ein Spieler den Eindruck hatte, in die virtuelle Welt hineinzugehen.

Die Spiele wurden den Kindern in den Situationen angeboten, die für sie die Schmerzhaftesten sind, beim Wechseln des Verbandes und dem Säubern der Wunden. Dabei baten die Forscher die Kinder und Jugendlichen, auf einer Reihe von Schmerzgesichtern anzukreuzen, was sie empfanden.

Es zeigte sich, daß die Kinder, wenn sie beim Verbandswechsel nur Medikamente bekamen, Schmerzen von 4,1 von 10 Punkten empfanden. Tauchten sie zusätzlich zu den Medikamenten noch in die virtuelle Welt ein, reduzierten sich die Schmerzen auf 1,3 Punkte.

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