Ärzte Zeitung, 02.05.2005

Bei Gelenkschmerz gehören Coxibe zur ersten Wahl

Langfristige Anwendung von klassischen NSAR ist für das Herz und das Hirn keineswegs ungefährlich

WIESBADEN (ts). Bei Arthrose-bedingten Schmerzen und Funktionsstörungen sind operative Maßnahmen die ultima ratio; konservative, überwiegend medikamentöse Maßnahmen sind die Therapie der ersten Wahl. Doch welche Arzneimittel-Therapie sollte gewählt werden? Als eine gute Option gilt hier der neue Cox-2-Hemmer Etoricoxib.

"Bei ausgeprägten Schmerzzuständen sind NSAR und Coxibe Therapie der Wahl", sagte Professor Josef Zacher vom Helios Klinikum in Berlin auf einer von MSD unterstützten Veranstaltung beim Internisten-Kongreß in Wiesbaden.

    FDA verlangt Warnhinweise auch für NSAR.
   

Eine gute Option sei der neue Cox-2-Hemmer Etoricoxib, der mit einer täglichen Dosis von 60 mg bei Arthrose verwendet werden kann, bei rheumatoider Arthritis in einer Dosierung von 90 mg und bei Gichtattacken in einer Dosierung von 120 mg. Mehrere Studien - wie bereits berichtet - belegen nach Angaben des Rheumatologen, daß Etoricoxib (Arcoxia®) ähnlich gut wirksam ist wie die klassischen NSAR Diclofenac, Indomethacin und Naproxen.

Und wie steht es um Verträglichkeit und Sicherheit? Hier gilt, was Professor Kay Brune bei der Veranstaltung zur Therapie mit Coxiben und NSAR bemerkt hat (siehe auch ÄZ 65, 2005, 10). Nach Brunes Angaben bestehen keine Zweifel, daß Coxibe "für den Magen-Darm-Trakt weniger gefährlich sind und deutlich seltener - wenn überhaupt - zu pseudoallergischen Reaktionen (Asthma, Schock) führen". Und was die kardiovaskuläre Sicherheit angehe, so belegten die Studien "ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko für alle untersuchten Cyclooxygenase-Hemmer".

Und: "Bei der langfristigen Anwendung bei Patienten mit normalen oder für ältere Menschen üblichen kardiovaskulären Risiken scheinen alle - die selektiven und die nicht-selektiven Cyclooxygenase-Hemmer - zum gleichen Ergebnis zu führen: Sie begünstigen Atherosklerose und erhöhen die Inzidenz von Infarkten und Schlaganfällen." Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat, nur zur Erinnerung, diesen Sachverhalt inzwischen auch anerkannt und verlangt entsprechende Warnhinweise auch für traditionelle NSAR.

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