Ärzte Zeitung, 08.11.2005

Oxycodon ist effektiv beim Wurzelsyndrom

Schnelle Schmerzlinderung

BERLIN (ugr). Patienten mit schwerem zervikalem, thorakalem oder lumbalem Wurzelkompressionssyndrom profitieren besonders von einer oralen Behandlung mit retardiertem Oxycodon. Sie sind häufiger in der Lage, an Physiotherapie teilzunehmen als Patienten mit anderer Medikation. Außerdem werden ihre Schmerzen schneller gelindert.

Dies belegen die Ergebnisse einer Beobachtungsstudie mit 98 Patienten, die Dr. Theodoros Theodoridis von der Universitätsklinik Bochum beim gemeinsamen Kongreß der Unfallchirurgen und Orthopäden in Berlin vorgestellt hat.

Die Patienten hatten außer einer stationären orthopädischen Behandlung Oxycodon in einer durchschnittlichen Tagesdosis von 30mg, andere Schmerzmittel oder keine Analgetika erhalten. Der Ausgangsschmerz lag bei allen Patienten bei mindestens fünf auf einer Skala bis zehn (stärkster Schmerz), wie Theodorisis bei einem von Mundipharma ausgerichteten Symposium berichtete.

Mit Oxycodon (Oxygesic®) wurde eine signifikante Schmerzreduktion sowohl beim Rücken- als auch beim Nervenwurzelschmerz von über 50 Prozent auf der Schmerzskala erzielt. Mit anderen Stufe-3-Opioiden wurde höchstens ein Rückgang von 31 Prozent, mit anderen Schmerzmitteln bestenfalls einer von 42 Prozent erreicht.

Auch die Teilnahme der Patienten an der orthopädischen Begleittherapie verbesserte sich unter Oxycodon um 46 Prozent. Auf einer Skala zwischen 1 (vollständige Teilnahme) und 5 (keine Teilnahme) erreichte der Wirkstoff mit einem Durchschnittswert von 1,9 das beste Ergebnis aller geprüften Präparate.

Theodorisis plädierte zudem für einen raschen Therapieeinstieg, um Schmerzen schnell zu lindern und so die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und eine Chronifizierung zu vermeiden. Möglicherweise könnten dadurch auch invasive, kostenintensive Maßnahmen vermieden werden.

Durch die anfänglich schnelle Freisetzung und Resorption trete etwa bei Oxycodon die Wirkung bereits innerhalb der ersten Stunde ein. Die Retardierung verzögert anschließend die weitere Freisetzung, so daß ein konstanter Blutspiegel über zwölf Stunden gewährleistet ist.

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