Ärzte Zeitung, 10.11.2005

Tilidin / Naloxon bietet Vorteile bei alten Patienten

Metabolite kumulieren nicht

BREMEN (grue). Zur Behandlung von alten Patienten mit chronischen Schmerzen ist das Opioidpräparat Tilidin/Naloxon gut geeignet. So wird das Mittel nicht über relevante Leberenzymsysteme abgebaut. Zudem ist bei Niereninsuffizienz keine Dosisanpassung nötig.

Hierauf hat Dr. Uwe Junker vom Sana Klinikum Remscheid beim Schmerzkongreß in Bremen hingewiesen. Da bei alten Patienten die Nierenfunktion um die Hälfte reduziert ist und sie zudem wegen mehrerer Grundkrankheiten im Mittel mit insgesamt sieben Medikamenten behandelt werden, seien Schmerzmittel gefragt, deren Metabolite nicht kumulieren und die keine Interaktionen mit anderen Pharmaka eingehen, erinnerte der Schmerzexperte.

Das Stufe-2-Opioid Tilidin/Naloxon, das unabhängig vom Cytochom-P450-System metabolisiert werde, sei daher in Kombination mit peripher wirksamen Analgetika erste Wahl bei starken chronischen Schmerzen, sagte Junker bei einer von Pfizer unterstützten Veranstaltung.

Die Therapie mit retardiertem Tilidin/Naloxon (vom Unternehmen als Valoron® N retard angeboten) könne zudem bei Bedarf mit schnell wirkenden Tropfen kombiniert werden und zeichne sich durch gute Verträglichkeit aus.

So habe in einer Anwendungsbeobachtung bei über 18 500 ambulant behandelten Schmerzpatienten, die im Mittel 62 Jahre alt waren, das Analgetikum im Patientenurteil sehr gut abgeschnitten. Mit dem mittelstarken Opioid verringerte sich die mittlere Schmerzintensität auf einer 10-Punkte-Schmerzskala von sieben auf drei Punkte.

"Nebenwirkungen wurden nur bei zwei Prozent der Patienten gemeldet", sagte Junker. Wegen der geringen Organtoxizität könne die Therapie mit Tilidin/Naloxon lange fortgeführt werden, bei Bedarf auch in hoher Dosierung. Eine zu frühe Einstellung auf stark wirksame Opioidanalgetika der Stufe III sei weder nötig noch empfehlenswert.

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