Ärzte Zeitung, 25.05.2007

Fragebogen erleichtert die Schmerz-Diagnostik

Schmerzcharakteristika geben Hinweise auf neuropathische Schmerzen / Ergebnis einer umfangreichen Befragung

NEU-ISENBURG (mar). Die Diagnose von neuropathischen Schmerzen ist schwierig. So vergehen in Deutschland im Schnitt 5,4 Monate, bis neuropathische Schmerzen diagnostiziert sind. Und dafür konsultieren die Patienten im Mittel 2,1 Ärzte. Kollegen, die detailliert Schmerzcharakteristika erfragen, kommen der Ursache der Schmerzen eher auf die Spur.

Es lohnt sich, Schmerzpatienten detailliert nach Charakteristika wie Dauer und Art der Beschwerden zu fragen. Foto: klaro

Das ist das Ergebnis des deutschen Teils des "Global Neuropathic Pain Survey" - einer vom Neuropathic Pain Network und Pfizer unterstützten internationalen Umfrage bei 700 Allgemeinmedizinern und 700 Patienten in sieben Staaten (Deutschland, Italien, Spanien, Finnland, Großbritannien, Mexiko und Korea). Die Umfrage fand zwischen Juli 2006 und Januar 2007 statt.

In puncto Zeit bis zur Diagnosestellung schneidet Deutschland relativ gut ab: In Spanien und Großbritannien dauert es mehr als ein Jahr (13 und 19 Monate), bis die Diagnose steht - in Italien sind es dagegen nur 2,5 Monate.

Wie die Befragung der Patienten in Deutschland ergeben hat, sind die meisten offenbar leidensfähig: Denn sie warten trotz ihrer Schmerzen im Schnitt 8,9 Monate ab, bis sie zum Arzt gehen. 63 Prozent von ihnen geben als Grund für diese Verzögerung die Hoffnung an, dass die Schmerzen "schon von allein weggehen werden". 47 Prozent der in Deutschland befragten Patienten berichten zudem, dass ihre neuropathischen Schmerzen schon beim ersten Arztbesuch diagnostiziert worden sind. Bei den übrigen waren hierzu im Mittel 2,8 Arztbesuche erforderlich.

Um auf die richtige Diagnose zu kommen, ließen 40 Prozent der Ärzte ihre Patienten ein Schmerztagebuch führen. Zudem gaben 56 Prozent der befragten Kollegen an, bei allen oder zumindest der Hälfte der Patienten für die Schmerzdiagnose Screening-Fragebögen zu benutzen. 44 Prozent der Ärzte machten davon kaum oder gar keinen Gebrauch.

Die Befragung hat auch ergeben, dass die Kollegen, die detailliert nach den Schmerzcharakteristika der Patienten fragen, eher neuropathische Schmerzen diagnostizieren als jene, die darauf nicht eingehen. Zu den Kriterien für die Beurteilung der Schmerzen gehören zum Beispiel Dauer, Stärke, Ausstrahlung und Art der Schmerzen (etwa brennend, dumpf) und die Wirksamkeit von frei verkäuflichen Schmerzmitteln.

Screening-Fragebögen, zum Beispiel der Patienten-basierte Fragebogen painDetect™, erleichtern die Diagnose neuropathischer Schmerzen. Kollegen erhalten damit einen schnellen Überblick über die Schmerzsymptome und können so eher beurteilen, ob es sich um neuropathische oder nozizeptive Schmerzen handelt.

Erhältlich ist der Screening-Fragebogen für das Erkennen neuropathischer Schmerzen über den Außendienst des
Unternehmens Pfizer.

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